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The Doors ::: Veit Rappel |
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Als erstes möchte ich Veit Rappel einmal danken, dass er dieses Buch geschrieben hat, beim Lesen habe ich erstmals seit langen Jahren wieder sämtliche Doors-Studioplatten durchgehört und das wohl zum ersten Mal in chronologischer Reihenfolge.
"Story & Songs kompakt: The Doors"; der Titel dieser Serie, in der auch noch Bücher über Madonna, The Beatles, Elvis Presley, Led Zeppelin, Die Rolling Stones, The Who, Frank Zappa, Bob Marley und viele, viele andere im Verlag Bosworth Edition erschienen sind bzw. noch erscheinen sollen, deutet schon an, worum es diesem Buch im CD-Format geht. Hier sollen nicht hinlänglich bekannte Klatsch- und Tratschgeschichten neu durchgekaut werden, hier sollen die Songs der Doors im Einzelnen kurz und auf den Punkt gebracht, eben kompakt, beleuchtet werden. Und besonders bei den ersten beiden Doors-LPs ("The Doors" und "Strange Days") ist das Buch ein Genuss, denn Rappel ist es gelungen, die Artikel zu den einzelnen Songs längenmäßig so zu gestalten, dass sie zumindest bei meinem Lesetempo fast synchron zu den jeweiligen Musiktiteln gelesen werden können. Das macht dann richtig Spaß. Bei den späteren LPs klappt das nicht mehr so gut, was aber der Qualität des Buches natürlich nicht widerspricht, Rappel hat selbst mit Blake, Rimbaud und Baudelaire einige der Vorbilder Jim Morrisons gelesen und kann dadurch häufig die bisweilen schwer zugängliche Lyrik Morrisons erläutern. Und darin liegt trotz der Kürze eines der herausragenden Merkmale dieses kleinen Buchs; wo bisher die meisten Autoren den "Lyriker" Jim Morrison glorifizierten, ohne ihn zu erklären (weil sie dies wahrscheinlich gar nicht gekonnt hätten), ihn quasi verklärten, da deutet Rappel häufig an, woher die "Ideen" Morrisons stammen. So hat Morrison z.B. für den Titel "End of the Night" offensichtlich ein Gedicht von William Blake als "Quellmaterial" benutzt. Damit will Rappel auch keinesfalls die Leistung Morrisons schmälern, den er für einen bemerkenswerten Dichter in der Popwelt hält, aber andererseits möchte sich Rappel auch nicht an der Mystifizierung der Person Morrisons beteiligen, die ja in den verschiedenen Schriften seiner Wegbegleiter erfolgreich betrieben wurde. Und dementsprechend schlecht kommen die Personen Manzarek, Krieger und Densmore in diesem kleinen Buch weg; Rappel schätzt zwar durchaus ihre musikalische Fähigkeiten, die Texte Morrisons über weite Strecken sehr angemessen umzusetzen, wirft ihnen aber mehrfach zurecht vor, Morrison nie richtig verstanden zu haben und nach seinem Tod mit nichts anderem mehr auf sich aufmerksam gemacht zu haben als mit allen denkbaren Formen der Ausschlachtung ihrer gemeinsamen Zeit mit Jim Morrison zu ihrem finanziellen Vorteil.
Und so bietet Rappel ein trotz der vordergründigen Reduktion auf die Beschreibung der Songs der Doors dem Leser an vielen Stellen die Möglichkeit, Jim Morrison einmal aus anderer Sicht zu sehen, eben nicht aus der Sicht derer, die sich in ihren Büchern über ihn eigentlich nur in seinem Glanz sonnen wollten und wollen. Damit möchte ich das Buch als Pflichtlektüre für jeden mündigen Doors-Fan empfehlen. All den Damen und Herren aber, die Morrison nur blindwütig anbeten, wird das Buch eher wenig geben, aber die haben mit den Werken der Herren Sugarman, Densmore und Manzarek sowie dem grauenvollen Film von Oliver Stone sowieso schon genug zu lesen und zu sehen.
Dominik Engel
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