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Susannah ::: Stephen King |
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Die Welt kann aufatmen – Stephen King hat die Kurve noch gekriegt. Dabei sah es im 5. Band der Saga um den dunklen Turm tatsächlich ziemlich dunkel aus. Über weite Strecken grassierte Langeweile und in seinen breit getretenen Kapiteln kam "Wolfsmond" eher wie ein Lückenfüller daher. Zu wenig passierte auf den knapp 950 Seiten, als dass die wartende Fangemeinde tatsächlich hätte befriedigt werden können.
Glücklicherweise ist mit "Susannah" auf einen Schlag alles wieder anders und der Vorgänger Schnee von gestern. Der nunmehr sechste Band ist ein echter Rundumschlag und verbindet alle Genres, die die Geschichte um den dunklen Turm ausmachen, in nahezu perfekter Weise. Was auch immer für dieses Monumentalwerk propagiert wurde, hier finden wir es in einem Band zusammengefügt: Horror, Science Fiction, Western, Fantasy und Thriller. Echte Hochspannung von der ersten bis zur letzen Seite, eingebettet in einer fantastischen Story. Es scheint so, als wolle King, der nach Beendigung der Turm-Saga das Ende seiner Schriftstellerkarriereangekündigt hat, noch einmal allen zeigen, wo die Glocken hängen.
Das Ka-Tet um den Revolvermann Roland ist mittlerweile in drei Teile zersprengt und für alle Beteiligten wird es reichlich eng. Allen voran natürlich Susannah, die, hochschwanger und mit der gefährlichen Mia um eine weiter Persönlichkeit bereichert, in unserer Welt landet. Es sind die Siebzigerjahre, in denen auch Jake und Pater Callahan gestrandet sind. Jener Priester, der offenbar aus der Story eines jungen Horror-Autors entsprungen ist und es sind Roland und Eddie, die eben diesem Wörterschmied einen Besuch abstatten.
Was King allein aus dieser Begegnung macht, ist dann schon fast grandios zu nennen. Denn der aufgesuchte Autor ist Stephen King höchstpersönlich, der hier nun, dem Nervenzusammenbruch nahe, vor seinen Romanfiguren steht, die zum Teil, wie im Falle Eddie Deans, noch gar nicht entwickelt worden sind. Zweifellos ein fantastisches Highlight, wie der Horrorkönig diese Begegnung verarbeitet und in den Handlungsstrang einbaut.
"Susannah" ist ohne jeden Zweifel wieder ein King-Roman, den man von der ersten Seite bis zum Schluss durchlesen möchte, bei dem der Leser sofort gefesselt ist. Gefesselt von einer spannenden Story, bei welcher der Verfasser erfreulicherweise wieder alle Register zieht.
Gegen Ende taucht dann nur dieses entsetzliche Gefühl auf: Nur noch ein Band, dann ist der Zyklus um den dunklen Turm endgültig beendet.
Wollen wir das?
Norbert Striemann
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