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Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John ::: Klaus Voormann |
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Zwar wusste man immer, dass es ihn gibt, aber so richtig Notiz hat die Öffentlichkeit von ihm eigentlich nie genommen. Das lag zum einen daran, dass viele Personen, mit denen er Teile seines Lebens verbrachte, einen riesigen Schatten warfen, zum anderen schien er nie die Absicht zu verfolgen, im Rampenlicht zu stehen.
Der Grafiker und Musiker Klaus Voormann hat sich nun also dazu durchgerungen, seine Erlebnisse zu Papier zu bringen und aus dem Titel geht bereits hervor, mit wem er da, unter anderem, zusammengearbeitet hat. Ja, mehr noch: seit ihren Anfängen in Hamburg teilte dieser Mann sogar eine innige Freundschaft mit den Mitgliedern der Beatles. Grund genug für Paul McCartney ein Vorwort für seinen Freund Klaus zu schreiben.
Mit der Kultband der Sechziger beginnt dann auch seine ganze Autobiografie: Reeperbahn-Stories von amüsantem und gelegentlich auch mal feucht-fröhlichem Inhalt, in denen aber der Voyeur in uns nicht bedient wird. Wer so etwas erwartet, ist hier auf dem falschen Dampfer, denn Voormann geht sehr respektvoll mit den Kollegen um. Allein deshalb ist das Buch schon lesenswert, weil hier jemand, der tatsächlich "dabei war", alles auf einer leisen, freundschaftlichen Ebene erzählt.
Zu berichten hat er dann jede Menge – nicht nur über die Fab Four, sondern auch über die Zeiten in Swinging London und den Anfängen seiner Musikerkarriere als Bassmann bei Manfred Mann. Später dann wird der Mann, der in seiner Funktion als Grafiker das legendäre "Revolver"-Cover entwickelte, noch öfters mit dem Liverpooler Vierer zu tun haben. Er gehört neben Eric Clapton zur Plastic Ono Band, nimmt mit Lennon den Klassiker "Imagine" auf, arbeitet mit George Harrison an dessen Album "All Things Must Pass". Auch andere Musiker lernen ihn schätzen und so kommt es zur Zusammenarbeit mit Peter Frampton, Carly Simon, Lou Reed und Randy Newman, um wirklich nur einige zu nennen. Auch auf nationaler Ebene wird er Spuren hinterlassen. Er entwirft für Westernhagens LP "Stinker", auf der er auch an einigen Stücken mitwirkt, das Cover und wird zur Zeit der sogenannten Neuen Deutschen Welle Produzent der Band Trio.
Das alles wird ohne eine Form von Wichtigtuerei erzählt, sondern liest sich erfrischend leicht und locker. Dass er am Ende noch ausführlicher auf seine enge Freundschaft zu George Harrison eingeht, lässt ihn nur noch liebevoller und netter erscheinen.
Da hat ein Zeitzeuge lange, lange mit sich gehadert, bis er seine Erlebnisse der Öffentlichkeit kund tat. Es war eine lobenswerte Entscheidung.
Norbert Striemann
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