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  Scherbenmund ::: Reinhard Kleist / Tobias O. Meissner
Review

Scherbenmund -
Scherbenmund

Reinhard Kleist / Tobias O. Meissner
Edition 52 / Medien Service
 
Endzeit-Fantasy / Vampire
ISBN 3-935229-23-2, 52 Seiten, HC, 12,5 Eur

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Der düstere, orwellsche Entwurf unserer Zukunft in Berlinoir bettet die Story um den zweifelnden Stadtguerillero Niall ein in eine gleichgeschaltete, morbide Zukunft, in der das höchste Handelsgut das Blut der Menschen ist. Von Vampiren unter dem Zeichen des roten Bären regiert stehen sie Schlange in Blutbanken, geben ihr Blut für die Vergnügungen der vampirischen Oberschicht und werden bei Fehlverhalten von der gesichtslosen "Garde" getötet, gequält und verschleppt.


Scherbenmund, eigentlich Szerbenmundt, ist der uralte, böse Chef einer Vampirregierung, die Berlin zu Berlinoir, der Stadt der Schatten gemacht hat. Seine Gegner sind eine Gruppe Untergrundkämpfer unter dem Priester Zebaoth, und der Held - zumindest des ersten Berlinoir-Bandes - ist Niall.
Soweit nichts neues, doch "Scherbenmund" hat weit mehr zu bieten als nur eine weitere Vampir-Story. Der düstere, orwellsche Entwurf Berlinoirs bettet die Geschichte um den zweifelnden Stadtguerillero Niall ein in eine gleichgeschaltete, morbide Zukunft, in der das höchste Handelsgut das Blut der Menschen ist. Regiert unter dem Zeichen des roten Bären stehen sie Schlange in Blutbanken, geben ihr Blut für die Vergnügungen der vampirischen Oberschicht und werden bei Fehlverhalten von der gesichtslosen "Garde" getötet, gequält und verschleppt.
Kleist und Meissner haben mit Scherbenmund die Eindimensionalität vieler Bildgeschichten des Genres gleich auf Anhieb weit hinter sich gelassen. Mit reichlichen Zutaten aus der phantastischen Literatur und der realen Geschichte weben sie eine Welt, die von Anleihen beim endzeitlich geschundenen Design der Zwanziger, drückenden Big Brother-Is-Watching-Yous und Anspielungen auf den real existierenden Sozialismus bis hin zur Isolation des Einzelnen im Film Noir auch nach mehrfachem Lesen immer wieder neues bringt. Action, Ränke, Selbstzweifel aber auch eine Romanze und Freundschaft bringen jede Menge Fahrt in die immer wieder lesenswerte Geschichte.
Gezeichnet und aquarelliert von Reinhard Kleist ist "Scherbenmund" einer dieser Comics, denen man ansieht, dass sie vom Umschlag bis zu den Seiten-Layouts aus einer Schmiede stammen. Nicht übertrieben photorealistisch, aber auch deutlich niemals abstrakt wirft Kleist seine Figuren und Panoramen aufs Papier und sortiert Szenenwechsel – und damit ganze Doppelseiten – in Farbspiele von rosa bis lindgrün, grau-grün oder blutig-rot.
Kein Wunder, dass der Mann schon ’96 den Erlanger Max und Moritz-Preis für sich verbuchen konnte, denn schon "Lovecraft" (Ehapa) und später "Das Grauen Im Gemäuer" (Edition 52) zeigten die bildgewaltige Kraft eines Zeichners, der seine eigene Bildersprache konsequent weiterentwickelt hat.
Nach "Rocco Vargas" (Torres) ist "Scherbenmund" für mich ganz ohne Zweifel das Highlight auf Edition 52 und wird spätestens mit dem zweiten, im nächsten Jahr kommenden Band für jeden Anhänger nocturner Fantasy Pflichtlektüre. Treffer!
 
Dirk Jessewitsch

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