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CD-Review ::: Testament - Demonic |
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Drei lange Jahre sind seit der letzten Studio-Produktion vergangen, doch nun gibt es endlich das Neue Testament, will sagen: einen neuen Output der beiden Alt-Recken Chuck Billy (v) und Eric Peterson (g) sowie ihrer neuen Jünger Glenn Alvolias (g), Derek Rimerez (b) und Meister Gene Hoglan, der Mann, der sich auf so vielen Alben, die Metal-Geschichte geschrieben haben, verewigt hat und der für viele DER Metall-Drummer überhaupt ist.
Gleich nach den ersten Takten wird klar, daß eben auch eine Band wie Testament mit der Zeit geht, was insbesondere durch Testament-untypische schleppende bis Mid-Tempo-Songs zum Ausdruck kommt. Auch Chuck Billy's Gesang orientiert sich mittlerweile stark an das Gegrunze einiger neuerer Gröl-Vertreter aus dem Death-Metal-Sektor. Bei ihm klingt es allerdings besser, da er von Natur aus mit einem derartigen Organ ausgestattet ist, daß er nicht die geringste Mühe hat, den "Wir-sind-die-bösesten-von-Euch-allen"-Shoutern des Genres ihre Grenzen aufzuzeigen. Leider läßt er dadurch die von ihm gewohnten charismatischen Gesangs-Passagen, wie es sie beispielsweise noch auf dem '94er Release "LOW" gab, vermissen. Dennoch ist "Demonic" ein erstklassiges Thrash-Album, das durch beinahe unglaubliche Brutalität bis zuletzt überzeugt. Die Rhythmus-Fraktion arbeitet schnörkellos und (Hoglan-)druckvoll, die Gitarren schrubben ein Killer-Riff nach dem anderen. Kurzum: Testament liefern hier das volle Brett und damit auch ausgesprochene Kurzweil für Freunde der härteren als harten Gangart. Nachdrückliche Heavyness bekommt das Album durch die '90er Jahre-Abmischung von Michael Wagner, der ja auch kein Unbekannter ist.
Bleibt mir nur noch die freudige Feststellung, daß es mit Bay-Area-Thrash, genau zehn Jahre nach seiner Blütezeit, wieder aufwärts zu gehen scheint, und daß Testament auf dem diesjährigen Dynamo endlich wieder dort angeknüpft haben, wo sie bei ihrem legendären Dynamo-Auftritt vor ebenfalls zehn Jahren aufgehört haben.
Anspieltips: "Distored Lives" und "The Burning Times".
Oliver Kämper
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