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CD-Review Steve Harley Poetic Justice   CD-Review ::: Steve Harley - Poetic Justice

 
Review

Steve Harley
Poetic Justice
Transatlantic / Castle / Edel

Storyteller-Musik
 
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Poetic Justice ist keine hintergründige, intellektuelle Art der finalen Abrechnung. Poetic Justice ist die berühmte ausgleichende Gerechtigkeit. (Und in der von mir unglaublich heiß geliebten Literaturwissenschaft übrigens ein Kriterium für Fiktionalität. Wenn in einer Geschichte ein Unrecht am Ende durch die Große Ausgleichende Gerechtigkeit wieder gut gemacht oder wenigstens gesühnt wird, wie auch immer, ist die Geschichte Fiktion. Das kann einem schon zu denken geben, aber egal.)In diesem unseren speziellen Fall ist Poetic Justice elf wohlgeformte, feingeistige Songs, die auf natürliche, unangestrengte Weise Schönheit ausstrahlen, die dazu auch nicht aufdringlich ist. Das gibt's. Und das ist so, weil Steve Harley ein Meister der musikalischen Erzählung ist und weil diese Songs einfach hervorragend offen, feingliedrig und ruhig arrangiert wurden. Harley erzählt auf eine gelöste, entspannte Art, die aber ebenso eindringlich sein kann, wenn er es will. Oder lakonisch, wie Element Of Crime es draufhaben in ihren leichteren Stücken ("Mach das Licht aus, wenn du gehst"). Die Gesichter der Lieder sind die Facetten von Harleys Stimme und andersrum, und darumgebaut steht und ist einfach das immer perfekte musikalische Arrangement. Näselnder Spott, schnippischer Kommentar, eindringliche Beschwörung, herzzerreißende Wehmut liegen Track an Track und keinen Millimeter voneinander entfernt auf Harleys Stimmbändern. Daß er auch mit dem Liedgut anderer Meister umgehen kann, beweisen seine Versionen von Dylans "Love Minus Zero - No Limit" und Van Morrisons "Crazy Love".Wer in seinen Regalen Namen wie eben Van Morrison, Mark Eitzel, Jackie Leven oder Neil Young stehen hat, wer Bob Geldofs Art in "Thinking Voyager 2 Type Things" mag oder Joe Jacksons "Body & Soul"-Album, der sollte Steve Harley daneben stellen, Abteilung Große Alte Männer.
 
Robert Schmidt
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