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CD-Review Philip Glass Heroes Symphony   CD-Review ::: Philip Glass - Heroes Symphony

Review Philip Glass - Heroes Symphony  
Review

Philip Glass
Heroes Symphony
Point Music / Philips Classics

Symphonie-Konzert
 
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Philip Glass bearbeitete 1983 mit "Low-Symphony" erstmalig Titel von David Bowie und Brian Eno, 125.000 verkaufte CDs sprachen für sich und halfen ein neues Publikum für klassische Musik zu sensibilisieren. Jetzt hat sich Glass der "Heroes" von Bowie/Eno angenommen, um seinen Weg, die Übersetzung von Popmusik ins Klassische, fortzusetzen. Wieder nimmt er sich ein bekanntes, anerkanntes Werk - sozusagen einen Klassiker - vor und bietet so der breiten Masse einen Anreiz, sich mit klassischer Musik auseinanderzusetzen.
Entstanden ist die "Heroes-Symphony" aber auch auf Drängen der amerikanischen Choreographin Twyla Tharp ("The Catherine Wheel" - ein Ballett mit der Musik von David Byrne von den Talking Heads), die "Heroes" unbedingt als Ballett umsetzten wollte - was man dem Ergebnis auch anhört. "Heroes-Symphony" lässt viel Freiraum für Aktion, schafft viele verschiedene Bilder und ist dramaturgisch abwechslungsreich.
Eingespielt wurde das Werk unter der Leitung von Dennis Russel Davies mit dem American Composers Orchestra, das seit seiner Gründung 1977 fast 100 Werke zeitgenössischer amerikanischer Komponisten zur Uraufführung gebracht hat.
In der Bearbeitung ist vom Original nicht mehr viel zu erkennen, was es leichter macht, die "Heroes-Symphony" eigenständig zu sehen. Es gibt zwar immer Passagen in denen man denken mag, "das kommt mir bekannt vor", aber woher bleibt ungewiss. Gute Beispiele sind hier "Sense Of Doubt" oder "Sons Of The Silent Age" - alles in allem lässt sich mehr Philip Glass als Bowie oder Eno herausfiltern und immer wieder tauchen die Glass-typischen Arpeggio-Harmonien, bekannt aus "North Star" oder "Die Götter Müssen Verrückt Sein" auf. Glass' Werk basiert zwar auf dem Original, ist aber denkbar fern von einer Coverversion.
Bei einer Laufzeit von etwa 45 Minuten finden sich auf "Heroes-Symphony" insgesamt sechs Titel. Jeder Titel hat zwischen vier und sieben unterschiedliche dramaturgische Phasen, die meist geschickt miteinander verbunden sind. Die Melodien werden oft von der Oboe getragen, während die Streicher und die Blechbläser eine rhythmische, in Achteln oder Sechszehnteln aufgelöste, Grundlage schaffen. Glass verzichtet dabei auf schwierige Intervalle oder schnelle Melodieverläufe. Die einzelnen Tracks verfolgen eine Idee, die immer anders, dynamisch wie harmonisch, eingebettet aber niemals gebrochen wird.
Ein sichtbares Manko - im Gegensatz zum musikalisch sehr schönen Album - ist die Covergestaltung und hier sind das vor allem die Photoportraits Bowies, Enos und Glass'. Insgesamt wirkt das kühl und pathetisch. Jeder sitzt alleine auf einem grünen Sessel und zeigt Designerschuhwerk. Bei Brian Eno ist noch eine wohlplatzierte Tasse mit im Bild, was erstmal an einen Ikea-Katalog erinnert. Die Rolle des grünen Sessels bleibt aber unklar, scheinbar ist er wichtig, weil auch einzeln abgebildet. Vielleicht ist dies aber auch nur der Hinweis, die "Heroes-Symphony" mit geschlossenen Augen zu genießen - denn das hat sie verdient.
 
Ralf Haarmann
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