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CD-Review Melvins Honky   CD-Review ::: Melvins - Honky

Review Melvins - Honky  
Review

Melvins
Honky
Amphetamine Reptile Rec. / Indigo

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten...
 
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Story ::: vor 2001
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Die Melvins haben sich einmal mehr selbst erfunden. Oder gar erst jetzt gefunden? Wohl doch eher nicht. Denn bei ihnen zählt das Unerwartete schon immer zum Erwarteten. "Honky" ist bloß die geniale Kehrtwendung um mindestens 143,63° um die eigene Achse, ohne dabei auf dem Bauch zu landen. Balance ist hier das Wort der Stunde. Aber die Melvins sind ja bekanntlich Artisten, die auf dem Hochseil ohne Netz zu Hause sind.

Bloß letztlich im Major-Dasein wollte man dann doch nicht ganz auf den doppelten Boden verzichten. Sie wahrscheinlich ja, aber die Plattenfirmen-Leute aus Verlustangst einer einträchtigen Hit-Single dann doch eher nicht.
Und so ist "Honky" eigentlich nichts weiter als der erwartete nächste Schritt zur Heimkehr ins wohlbekannte und wohl behütete Indie-Dasein. Da wo man so akzeptiert und geliebt wird, wie man ist. Eigentlich schön. Willkommen zu Hause. War ein langer Weg durch die dunkle Nacht des Major-Daseins. Aber, wie gesagt, zu erwarten: denn es gibt in der Regel kein Happy End, wie uns die Märchenwelt vorgaukelt, sondern der schöne Prinz verwandelt sich eben doch immer wieder und nach jedem weiteren Kuss in einen glitschigen und quakenden Frosch. Doch wir lieben euch hier unten im Tümpel!
Ja, so gestaltet sich "Honky" auch nicht wohltemperiert, sondern überhitzt experimentierfreudig. Man bedient z.B. mit dem Opener "They All Must Be Slaughtered" mal fast überraschend das ambiente Lager auf höchst unheimlich und schaurige Weise mit orientalischem Einschlag. Übrigens lieh Kat Bjelland von den Babes In Toyland dafür ihre Stimme. "Mobius Hibachi" gestaltet sich dann wieder gewohnt bombastisch brachial. "Lovely Butterfly" kommt so verquer, dass einem mal wieder schwindelig wird, während "Pitfalls In Serving Warrants" auch prima als Soundtrack zu Jim Jarmuschs S/W-Western "Dead Man" gepasst hätte. Was übrigens auch für das über zwölf Minuten dahin plätschernde "Air Breather Deep In The Arms Of Morphius" gilt. Zumindest die ersten Minuten. "Laughing With Lucifer At Satan's Side Show" ist dann eine Abrechnung mit dem Major-Dasein auf melvinschem Humor.

So jetzt ist aber Schluss, denn ihr sollt diesen Meilenstein im Kreuzworträtsel-Massaker ja nicht lesen, sondern hören. Bleibt zu sagen, es warten noch die ein oder anderen tolle Überraschung auf den unvorbereiteten Hörer. So, jetzt aber endgültig: Klappe zu, Affe tot!
 
Carsten A. Mohn
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