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CD-Review Martin Hall Random Hold   CD-Review ::: Martin Hall - Random Hold

Review Martin Hall - Random Hold  
Review

Martin Hall
Random Hold
Indigo

Pop
 
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So schön, so traurig, so - ach... ich höre "Random Hold" zum x-tenmal und kann immer noch nicht genau sagen, ob sie schwermütig, vielleicht sogar depressiv ist oder einfach nur wunder-, wunder-, wunderschön.
Martin Hall, der dänische Multimedia-Mann, eröffnet mit einem bassigen Ton, den man so zart und sanft eigentlich nur von Sinnead O'Connors "Nothing Compares 2 U" kennt. Das Schlagzeug vermittelt Ruhe, Insichgekehrtheit und viel, viel Zeit. Hall haucht ins Mikro, mittellagig, vermeidet harte Vokale, singt davon, die Augen vor all dem Elend der Welt zu verschließen. Streicher setzen ein und verstärken die Stimmung noch. Die Melodie entwickelt sich zum Ohrwurm und wer dicht am Wasser gebaut hat sollte spätestens jetzt die CD wechseln, oder ist rettungslos verfallen - und "Cradlemoon" ist nur der Vorgeschmack.
In einer knappen Dreiviertelstunde schafft es Hall die Herbst-Stimmung einzufangen und wie einen warme Decke über die Seele zu legen. Menschen die unglücklich verliebt sind, sich gar mit suiziden Gedanken tragen oder einfach nur dem verronnenen Sommer nachtrauern, sind akut gefährdet in Selbstmitleid zu vergehen, "Random Hold" zum Soundtrack all der Schmerzen zu machen, die sich hinter der Fassade des täglichen Funktionierens verbergen.
Glücklich Verliebten ist "Random Hold" ein Geschenk, das Platz macht für den anderen, gefühlsbetonte Momente verzaubert und in Zeitlosigkeit andauern läßt. Die Repeat-Taste wird zum unentbehrlichen Utensil und alles ist so schmerzlich schön...
Der Gipfel all dessen ist dann sicher "Skinline", ein Elf-Minuten-Werk, das die Einsamkeit, wie immer minimalistisch, auf den Punkt bringt und sicher zum Schönsten gehört, was '97 durch meinen Player ging. Ein Ton steht im Raum, langsam entwickeln sich Strukturen und eine Gitarre klingt mit aufgelösten Akkorden ganz sanft aus. Alles ist ganz leise, zart, die Stimme noch dünner als zuvor. Keine Frage das ist der grandiose Höhepunkt eines Albums, nach dem man ein anderer Mensch ist. Toll!
 
Dirk Jessewitsch
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