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CD-Review Jungle Brothers Raw Deluxe   CD-Review ::: Jungle Brothers - Raw Deluxe

Review Jungle Brothers - Raw Deluxe  
Review

Jungle Brothers
Raw Deluxe
Gee Street Records / V2 / Rough Trade

HipHop
 
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Letzte News ::: 29.05.2002

"Schön" im Sinne von "anmutig" ist ein Attribut, das man nicht unbedingt mit den wirklich guten HipHop-Alben der letzten Zeit in Verbindung bringen kann. Gerade die Eastcoast mit ihren stilbildenden Artisten wie Nas, Jeru, Mobb Deep und dem Wu-Tang Clan zeichnete ein eher düsteres Weltbild und setzte dies auch entsprechend musikalisch um. Die Jungle Brothers sind für einen HipHop-Act beinahe schon Dinosaurier im Geschäft. Mit "Raw Deluxe" melden sie sich nun nach dem zumindest unter kommerziellen Gesichtspunkten ruinösen "J. Beez With Da Remedy" zurück: Und da ist sie, diese Schönheit, die nur Lebenserfahrung bringen kann. Wie das Gesicht einer schönen Frau, in das das Leben schon Spuren gezeichnet hat, wie Meryl Streep in "Bridges of Madison County" ist "Raw Deluxe". Ein Album voll unglaublicher Lässigkeit, geprägt vom Wissen um das eigene Können und im Vertrauen auf die eigene Stärke, aber auch vom Wissen um die Vergänglichkeit allen Ruhms. Kurz: Die Jungle Brothers sind erwachsen geworden. Man hat Familie und sucht das Positive im Leben. Es wird nichts beschönigt, aber man lässt deshalb den Kopf nicht hängen: "Handle My Business" ist der Titel eines Tracks, "How Ya Want It We Got It" lautet ein anderer. "Classic HipHop" nennt Mike G. selbst das Album und trifft den Nagel auf den Kopf. Hier trifft die ungleich größere Musikalität, die die "Natives Tongues" im Vergleich zu vielen heutigen Produktionen schon immer auszeichnete, auf hochaktuelle Mellowness. Ein Track wie "Brain" wirkt wie aus dem Handgelenk geschüttelt, so als wäre das noch die leichteste Übung. Diese Leichtigkeit macht "Raw Deluxe" zur idealen Sommerplatte. "Jungle Brother" ist übrigens zweimal vertreten: Der fantastische Remix von den Stereo MC's bringt ganz nebenbei endlich wieder ein Lebenszeichen von der besten weißen HipHop-Truppe.
 
Andreas Kötter
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