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CD-Review John Mellencamp Mr. Happy Go Lucky   CD-Review ::: John Mellencamp - Mr. Happy Go Lucky

Review John Mellencamp - Mr. Happy Go Lucky  
Review

John Mellencamp
Mr. Happy Go Lucky
Mercury / Polygram / PV

Rockmusik, "erwachsen" wohl
 
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John (Ex-Cougar) Mellencamp, 45jähriger Familienvater aus Bloomington, Indiana, ist wieder da. Er kann zurücksehen auf gut zwölf oder so Langspieler und einen ganzen Herzinfarkt mit allem drum und dran. Eine gewisse Gelassenheit hat sich endlich breitgemacht in Mellencamps Geist und entsprechend in seiner Musik. Deswegen ist er aber nicht langweilig geworden, im Gegenteil: dynamische Rhythmik, eigentümlich sanfter, Bauch/Unterleib anrührender Flow belebt seine Songs und die Beine aller, die mit neuzeitlicher Hektik im Rockism oder plakativer Schaustellerei seiner Stereotypen a la Bon Jovi/Bryan Adams nichts am Hut haben.
Diesmal neu bei Mellencamp: Junior Vasquez, eingefleischter Dancefloor-Mann, der als Co-Produzent dazu beitrug, Mellencamps Rock-Welt um unaufdringlich anschmiegsame Drum-Loops und Programming-Kunst zu bereichern. Ein Gewinn.
"Mr. Happy Goes Lucky" wird dem mitgewachsenen Mellencamp-Fan einige Deja Vus bereiten, im besten Sinne. John M. variiert in elf Songs sein klassisches, folkorientiertes Rock-Thema, allzeit getragen von der vollmundig aufspielenden Akustischen. Dazu gibt es Violine und Horns. Allerdings, wo diese Stilmittel früher ganze Platten beherrschten ("Lonesome Jubilee", "Big Daddy", "Whenever We Wanted"), wird ihnen heute ein angemessener Platz eingeräumt, das Album klangfarblich zu schmücken, ohne es zu übermalen. (Die Violine wurde übrigens nicht von Lisa Germano arrangiert und gespielt, obwohl es sich so anhört.)
Wo schon "Human Wheels" zu einem gewissen Teil, besonders dann aber das hektisch eingespielte, zerfahrene "Dance Naked"-Album an innerer Zerrissenheit krankte, gelingt "Mr. Happy Goes Lucky" dank stilistischer Geschlossenheit eine hervorragende, runde Vorstellung. Die Platte ist gut, so richtig richtig gut!
 
Robert Schmidt
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