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CD-Review Gary Moore Dark Days In Paradise   CD-Review ::: Gary Moore - Dark Days In Paradise

Review Gary Moore - Dark Days In Paradise  
Review

Gary Moore
Dark Days In Paradise
Virgin

Rock
 
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Bandpage

Düstere Wolken ballen sich am Himmel zu hohen Türmen. Das Land liegt in ihren dunklen Schatten. Die Luft ist zum Schneiden dick wie an einem heißen Sommertag kurz vor dem Beginn eines gewaltigen Unwetters. Weltuntergangsstimmung. Doch das, was da über uns hereinbricht, ist weder das Tief "Ursula" noch der letzte kleine, unbedeutende Reaktorunfall von nebenan.
Gary Moore hat den Blues. Immer noch.
Doch es ist nicht mehr der gute alte erdige, ehrliche Blues, mit dem er seit 1990 durch unsere Lande zieht.
Es sind in erster Linie die Texte, depressive, traurige Texte, die an die Tiefen unserer Seelen appellieren. Aber was können das für Lyrics sein, mit deren Tiefgang man ein ganzes Album füllen kann? Na klar, Songs über Frauen, Beziehungen, gescheiterten Beziehungen, Trennungen, Einsamkeit, Erinnerungen, Verlangen, usw. usf. Die ganze Palette. Er liebt sie, aber sie ihn nicht. Sie finden sich erst und dann doch wieder nicht. Gary Moore spielt alle Varianten der unendlichen Geschichte auf seinem neuen Album "Dark Days In Paradise" durch. Greift er auf einen umfangreichen, in den letzten Jahrzehnten erworbenen, Erfahrungsschatz zurück oder hatte der Gute gerade vor kurzem eine ziemlich harte, heftige Zeit durchmachen müssen? Wie auch immer, des Kelten Seele liegt uns nackt und bloß auf einem Tablett zu Füßen. Einen Hang zum dramatischen hatte er ja auch früher schon. Man denke nur an sein einfühlsam verkniffenes Gesicht auf den Höhepunkten seiner Gitarrensoli.
Die Musik des neuen Albums ist anders, als man (oder zumindest ich) es erwarten konnte. Bluesfragmente jüngster Vergangenheit finden sich ebenso wie härtere Sounds früherer Solo- oder Thin Lizzy-Zeiten. Nichts außergewöhnliches, aber in Verbindung mit den Texten nahezu perfekt arrangiert. Auffällig ist, wie unauffällig das Album im Hintergrund verschwindet, wenn es mit Repeat den ganzen Abend über läuft. Musik ohne Spitzen und Tiefen. Etwas aus dem Rahmen fällt der siebte Track, "Always There For You", der mit aktuellen "Trommel und Bass"-Elementen angenehm frisch aufgepeppt wirkt. Auch sehr schön der mit rund 14 Minuten längste Titel des Albums, "Business As Usual" und das groovige "I Have Found My Love In You".
Und jetzt das Fazit: Die anfängliche Begeisterung weicht nach mehrmaligem Hören des Albums der nüchternen Erkenntnis, daß es auf Dauer etwas zu glatt produziert und gleichförmig ist. Es stört nicht und birgt zwei, drei wirklich interessante schöne Songs. Bewegt Gary zur Zeit tatsächlich all das, wovon er singt, dann sei ihm für die Zukunft ein bißchen Licht im Paradies gewünscht.
Live dürfte das Ganze mit Sicherheit rauer und erdiger rüberkommen.
 
Thomas Aulenbacher
> Alle Beiträge von Thomas Aulenbacher
 
Weitere CDs von Gary Moore:
> Out In The Fields - The Very Best Of


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