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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Down By Law - Last Of The Sharpshooters |
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Als Sänger der Kult-Emocore Band Dag Nasty machte sich Dave Smalley erstmals einen Namen. Auch DYS und All waren Stationen in seiner Sangeskarriere. Vor fünf Alben gründete der Punk-Rock-Senior dann mit den Chemical People die Band Down by law. Ab hier wurden die Veröffentlichungen eher zwiespältig. Das selbstbetitelte Debüt war rückblickend klar eine der besten D.B.L. Scheiben. "Blue" wirkte eher soft und energielos. "Punkrockacademyfightsong" dagegen machte ihrem Namen alle Ehre und enthielt genau das: Punk-Rock! Roh und aggressiv. Irgendwie konnten Dave & seine Mannen den hohen Standard nicht halten und "All Scratched Up" wirkte ausgelutscht. Theoretisch müßte daher "Last of the sharpshooters" wieder ein Klasse-Album werden. Leider nur theoretisch. Glattgebügelt fängt der erst Track an und ebenso hört der letzte auf. Eher uninspiriert und lasch wirken die Songs und selbst Old Dave's Stimme ist einfach zu lieb und soft ausgefallen. Die Instrumente zeigen gute Ansätze, leider fehlt völlig die Aggressivität, die Punk-Rock ausmacht. Ein Käufer einer Down By Law-CD erwartet, bis jetzt zu Recht, poppigen Punk. Was er hier bekommt ist schneller Pop. Klar ist "Last Of The Sharpshooters" kein absoluter Tiefpunkt der Musikgeschichte, dafür hat Dave zuviel Erfahrung. Jeder große Down By Law-Fan wird das neue Werk wahrscheinlich genauso feiern wie das vorangegangene. Trotzdem wird die Erwartung enttäuscht und eine Platte die mehr plätschert als mitreißt, kann man einfach nicht als gelungen bezeichnen. Schade Dave, hoffentlich gibst Du beim nächsten Mal wieder etwas mehr Gas.
P.S.: Vom Standpunkt eines beinharten Punk- und Hardcore-Fans aus gesehen hat Thorsten durchaus recht mit seiner Einordnung der "Last Of The Sharpshooters". Aus, sagen wir mal, punkhistorischer Sicht oder mit Blick auf bisher als Pop gewertete Veröffentlichungen stimmt sein "schneller Pop" aber nun wirklich mehr. Ich behaupte: Das ist Punk! Das ist Rock! Viel von beidem, und dann erst Pop. Vielleicht eine Frage der Produktion - und warum, zum Teufel, sollte ein Punk-Rock-Senior nicht das Recht haben seinen Stil zu variieren, zeitgemäßer, oder von mir aus auch ein wenig massenkompatibler zu gestalten. Down By Law sind nach wie vor Down By Law, etwas sanfter sicherlich, aber eigentlich nun wirklich nicht zurückhaltend. Hier ist wohl ein Probehören angesagt.
Thorsten Wilms
> Alle Beiträge von Thorsten Wilms
Weitere CDs von Down By Law:
> Punkrockdays - The Best Of Down By Law
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