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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Nick Cave And The Bad Seeds - Murder Ballads |
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Nun ist der alte Bösewicht also plötzlich zu Chart-Ehren gekommen. Dass seine sinistren, bibelfesten Mörder-Phantasien dank VIVA-Rotation auf einmal auch jene Leute erreicht, die sonst eher auf verdauliche Rock-Kost stehen, dürfte den australischen Poeten selbst wohl am meisten verwundern. In Interviews wird er jedenfalls nicht müde zu erzählen, dass "Murder Ballads" eigentlich keine "echte" Nick Cave-Platte sei, sondern nur ein Nebenprodukt, eine Spinnerei, die nicht zuletzt durch den überaschenden Erfolg der Single "Where The Wild Roses Grow" plötzlich höchste Dringlichkeit bekam. Wer ist dieser langhaarige Finsterling, der da an unserer Kylie rumtatscht, wird sich manch argloser Couch-Potatoe gedacht haben, der die hübsche Dame einst als Gespielin solch keimfreier Burschen wie Jason Donovan (was macht der eigentlich?) kannte. Für Cave selbst war es jedenfalls die Erfüllung einer langgehegten Phantasie, mit der er jetzt zusätzlich zu allem offensichtlichen Vergnügen beim Video-Dreh auch noch anständiges Geld verdient. Wer allerdings eine Forstsetzung dieser lieblichen Duette erhofft hat, wird sanft enttäuscht. "Murder Ballads" ist zwar Nick Caves konsumierbarstes Album seit "Kicking Against The Pricks", aber - alle Fans seien beruhigt - keineswegs ein kalkuliertes Hitalbum geworden. Auf den zehn Songs bekommt der wortgewaltige Cave reichlich Gelegenheit seine Lust/Mord/Schuld/Sühne-Obsessionen auszuleben. Hoffen wir, dass er im Sog all der losgetretenen Kylie-Wasserleichen-Lustmord-Phantasien auch ein paar Dollar damit verdient.
Jakob Grimm
> Alle Beiträge von Jakob Grimm
Weitere CDs von Nick Cave And The Bad Seeds:
> Nocturama > No More Shall We Part
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