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CD-Review :Wumpscut: Wreath Of Barbs   CD-Review ::: :Wumpscut: - Wreath Of Barbs

Review :Wumpscut: - Wreath Of Barbs  
Review

:Wumpscut:
Wreath Of Barbs
Beton Kopf Media / Connected

Elektro / Industrial
 
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Mordanstifter? Satanist? Reinkarnation des Bösen? "'Wreath Of Barbs' tötet schnell und scharf", sagt Rudy Ratzinger aka :Wumpscut:. Aber der werte Herr dürfte diese Phrase doch eher metaphorisch gemeint haben..
Vor kurzem erlangte Ratzinger fragwürdige Popularität in der deutschen Boulevardpresse: Das sogenannte "Satansmörderpärchen" von Witten lockte einen Bekannten in seine Wohnung und ermordete ihn anschließend mit Hammerschlägen und Messerstichen. Danach schmierten sie "When Satan lives" ans Fenster und setzten zu einer deutschlandweiten Tour nach Todesliste an. An die Tür ihres Verkehrsmittels hatten die beiden "Bunkertor 7", einen Albumtitel von :Wumpscut:, nebst dem reichlich zusammenhanglosen Wort "Kadaververwertungsanstalt" gepinselt. Ausreichend Stoff, um von seriösen Politmagazinen schnellstens verurteilt zu werden. Die blutrünstige Gothic-Szene ward zum Feindbild neuer deutscher Leitkultur und Ratzinger zum heimischen Marylin Manson auserkoren.
Darf man einem solchen Menschen denn nun überhaupt eine Plattform bieten? Man darf, denn erstens glaubt man Barbara Eligmann und Co grundsätzlich nicht, zweitens ist es immer besser, sich ein eigenes Bild zu machen, und drittens ist "Wreath Of Barbs" nach zwei Jahren Produktionspause wirklich ein gutes Album geworden.
Technisch perfekt und atmosphärisch das bisher finsterste :Wumpscut:-Release hat hier das Licht der Welt erblickt. In gewohnter Manier mit verzerrter Stimme, harten Beats und meist getragenem Keyboard-Klangteppich präsentiert Bayerns Mastermind des Electro/Industrial-Sounds wieder eine schwarze Mischung aus Tod, Schmerz und Hass aus seiner ureigenen Hölle. Kompromisslose Härte ist Ratzingers Devise. Ganz gleich, ob diese wie im Opener "Opening The Gates Of Hell" durch typischen :Wumpscut:-Brachialsound dem Connaisseur ohne Umschweife verabreicht oder unter ungewöhnlich zurückhaltenden, elektronischen Klangstrukturen bis zum unerwarteten Ausbruch verborgen gehalten wird.
Zum Schluss noch hervorzuheben, dass Aleta Welling für die weiblichen Vocals auf "Wreath Of Barbs" verantwortlich ist und diese mit bezaubernd klaustrophobischer Stimme darbietet, sowie, dass es zuweilen recht technoid auf dem Album zugeht und das obligatorische Provokationsniveau spätestens mit dem Titel "Christfuck" erreicht wird.
Fazit: Mit "Wreath Of Barbs" wird keine neue Weltordnung des Electro-Industrial geschaffen, vielleicht noch nicht einmal eine kleine Revolution angezettelt, aber das braucht es auch nicht. Der Betonkopf-Chef besinnt sich auf seine Stärken und die reichen allemal, um Großteile der Konkurrenz das Fürchten zu lehren.
 
Inga Stumpf
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