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CD-Review Ying Yang Twins U.S.A.   CD-Review ::: Ying Yang Twins - U.S.A.

Review Ying Yang Twins - U.S.A.  
Review

Ying Yang Twins
U.S.A.
TVT / SPV
erschienen im Juni 2005
HipHop
 
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Alles in Deckung, da kommen die beiden verrückten Schreihälse wieder! Oder? Ich persönlich habe mit den Ying Yang Twins bisher jedenfalls nur laute Dirty-South-Clubtracks in Verbindung gebracht, die am besten alkoholisiert und ansonsten nur in geringen Dosen funktionieren, dann aber gewaltig abgehen ("Say I Yi Yi", irgendwer?) Aber auf Albumlänge? Das wäre dann wohl doch zu viel.

Was ein Glück also, dass Kaine und D-Roc auf "U.S.A." endlich auch mal vom bewährten Schema abweichen. Nach dem recht durchschnittlichen Opener "Fuck The Ying Yang Twins" überraschen sie mit zwei ruhigeren, fast schon tiefgründigen Tracks, deren Refrains vom großartigen Anthony Hamilton bzw. vom sich zur Zeit munter durch die gesamte HipHop-Landschaft featurenden Adam Levine (Maroon 5) beigesteuert werden. Irgendwo zwischen dieser neuen, sanften Seite und den bekannten Hardcore-Tracks liegen dann die nächsten beiden, vielleicht besten Songs der Platte, "Ghetto Classics" und der Midtempo-Funker "23 Hr. Lock Down", in dem zusammen mit Bun B mal wieder die Freilassung dessen UGK-Kollegen Pimp C gefordert wird. Darauf kommen wir zum dritten, inhaltlich weniger, musikalisch schon eher neuen Gesicht der Twins – den Sex-Songs, angeführt von der großen Flüster-Sauerei "Wait (The Whisper Song)". Das Konzept des Flüster-Raps funktioniert so gut, dass die Kuh gleich nochmal gemolken wird, natürlich noch expliziter und mit stöhnenden Schla..., äh, Frauen und so. In diesem Fall eindeutig zu viel des Guten, besser dafür dann Teil 3 der Schmuddelphase, das soulige "Bedroom Boom". Danach kommen dann auch endlich die alten Fans auf ihre Kosten, der Rest der Platte bietet - bis auf das nochmal sehr persönliche "My Brother's Keeper" – mal mehr, mal weniger crunke Tanznummern, die alle mindestens okay sind, die zweite Single "Badd" mit dem aktuellen US-Shooting-Star Mike Jones ist sogar verdammt gut gelungen, so zünftige Mitgröhl-Refrains wie bei manchen alten Hits sucht man aber leider vergebens.

Am Schluss dürfen dann noch u.a. Busta Rhymes und Missy Elliott auf dem gelungenen Remix zu "Wait" ein bisschen mitflüstern, womit ein kurzweiliges, weitestgehend unterhaltsames Rap-Album abgerundet wäre. Die Ying Yang Twins sind vielleicht nicht die größten MCs der Welt; trotzdem haben sie eine abwechslungsreiche Platte gemacht und sich dabei dann auch noch achtbar geschlagen - zwei Dinge, die ich ihnen nicht wirklich zugetraut hätte.
 
Alexander Karl
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