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CD-Review ::: Yann Tiersen - L'absente |
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Der urbane Mensch ist rastlos auf der Suche. Hineingeworfen in die Anonymität. Ein Leben mit dem Gefühl von Abwesenheit.
Abwesenheit ist ein immer wiederkehrendes Thema in der Discographie des in Paris lebenden Bretonen Yann Tiersen, und so ist es nur konsequent, seine neueste Veröffentlichung "L'absente" (Die Abwesende) zu nennen.
Es ist ein Soundtrack für das Leben in den Metropolen. Ein Soundtrack für den Film, der nicht auf einer Leinwand, sondern in unseren Köpfen spielt.
Tiersens Musik weckt Bilder. Bilder vom Leben in beständigem Lärm, das sich Orte der Ruhe und Verspieltheit sucht. Eine cinematographische Musik. Bereits früher hat Tiersen mit seinen Kompositionen Theaterstücke illustriert, und er ist es auch, dem wir die Untermalung des Films "Die fabelhafte Welt der Amélie" verdanken.
Auf "L'absente" ist Musik nie nur das eine, sondern immer beides: Wohlgenährt und asketisch, heiter und melancholisch. Sie erinnert an andere und ist doch individuell. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich, da bisweilen kammermusikalisch. Deutlich wird nicht nur Tiersens Neigung zum Einsatz von Streichinstrumenten, auch weiß er gekonnt Spielzeuginstrumenten und einer Schreibmaschine die in ihnen verborgenen Töne zu entlocken, und er kreiert so eine Klangwelt von eigener lyrischen Qualität.
Die französische Sprache, in denen einige der Texte gesungen werden, bilden einen wunderbar weichen Kontrast zu den zeitweilig sperrigen Harmonien. Da ist es fast bedauerlich, dass auch in Englisch vorgetragen wird. Aber dies ist, allein schon wegen der nebelhaften Stimme von Lisa Germano, kein wirklicher Wermutstropfen einer ansonsten wie aus einem Guss wirkenden Produktion. Und so merkt man es ihr auch an, dass sich der Komponist, nach eigenem Bekunden, mit seiner neuesten Kreation am stärksten identifiziert.
Umrahmt werden Streichquartette und Soli auf Piano und Viola von zwei reinen Instrumentalnummern, die, wie andere Stücke auch, an Zirkus und Jahrmärkte erinnern und an Menschen, denen es immer wieder gelingt, einem tristen Dasein für kurze Zeit in die Fröhlichkeit zu entfliehen. Nie wirkt dabei aufdringlich, was auch Akkordeon und verschiedene Blasinstrumente auf Knopfdruck von sich preis geben.
Hier marschiert kein Schützenverein die Straße entlang, sondern Gaukler und Leierkastenmänner bewegen für einen kurzen Moment die Geschicke der Welt.
"L'absente" ist ein verschroben poetisches und immer wieder neu zu entdeckendes Werk, das erfahren lässt, welche Traurigkeit in der Heiterkeit und welche Schönheit in der Traurigkeit schlummert.
Ärnst Stänkowskie
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Weitere CDs von Yann Tiersen:
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