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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Xavier Naidoo - Zwischenspiel / Alles Für Den Herrn (2) |
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Worüber und wie sich die Streitigkeiten zwischen Xavier Naidoo und seinem alten Label 3p entwickelt haben, ist egal. Wesentlich an dieser Geschichte ist, dass die Auseinandersetzung vielleicht dazu beigetragen hat, dass sich das Projekt Söhne Mannheims mit Naidoo als erstem unter gleichen so gut entwickeln konnte. Wie auch immer, auf seine Stimme brauchte man dank der Söhne Mannheims oder seinem Duett mit Michael Mittermeiers Frau, seiner Teilnahme am Brothers-Keepers-Projekt und dem Song gemeinsam mit Sasha auf Edo Zankis (Söhne Mannheim-Mittstreiter) letzter Platte nicht zu verzichten. Nachdem der Prozess um die Veröffentlichungsrechte unter eigenem Namen nun zu seinen Gunsten entschieden wurden, kommt Xavier gleich mit einer Doppel-CD daher, als wolle er sagen, dass er die Zeit des Verleugnens nicht ungenutzt hat verstreichen lassen. Was dabei der Titel "Zwischenspiel / Alles für den Herrn" bedeutet, ist – bis auf seine offensichtlich christliche Überzeugung – nicht ganz schlüssig. Heißt Zwischenspiel, dass diese insgesamt 30 Stücke nur einen vorläufigen Stand seines Könnens dokumentieren? Oder ist all das nur ein Provisorium, das die Zeit bis zu seiner endgültigen Selbstfindung zu überbrücken versucht?
Zu bestreiten ist nicht, dass Xavier Naidoo über eine Stimme verfügt, die sich eigen nennen darf. Dass er im weiteren sicherlich populär ist, ein eigenes Gesicht besitzt, dem man den oft berechtigten aber ebenso häufig nicht berechtigten Unmut seiner Umwelt gegenüber ansehen kann. Außerdem ist seine Kompatibilität zu den bereits genannten Sangespartnern und zu denen, aus deren Background er sich einst ans Licht gesungen hat, nicht zu verachten. Was "Zwischenspiel / Alles für den Herrn" ausmacht, ist jedoch mehr die geballte Masse an Material, als deren Qualität. Seicht ist eines der Worte, die man dafür finden kann, langweilig und ohne viele Facetten ist eine weitere negative Seite dieser CD. Die Texte machen nicht wirklich wild, weil sich zu oft die Dinge schon von einer auf die nächste Zeile reimen, sich keine Spannung bildet und so alles sehr vorhersehbar scheint. Da helfen auch die eigentlich recht gelungenen Coverversionen von Ten Citys "That's The Way Love Is" und des Peter Gabriel-Klassikers "Don’t Give Up" (damals grandios mit Kate Bush gesungen, hier mit Yvonne Betz) nicht. Auch die Vertonung des Rilker-Textes "Die Dinge Singen Hör Ich So Gern" ist ebenso pathetisch wie die meisten anderen Songs. Wie man jedoch aus der Vielzahl der Worte, mit denen ich diese CD auseinandernehme, sehen kann, lassen mich die zwei CDs dennoch nicht ganz und gar kalt und das ist einer der Züge, mag man von Xavier Naidoo halten was man will, die aus ihm – für mich – einen Popbarden machen, der seinen Platz hier und heute zu Recht hat.
Carsten Bäumer
> Alle Beiträge von Carsten Bäumer
Weitere CDs von Xavier Naidoo:
> Telegramm Für X > Zwischenspiel / Alles Für Den Herrn
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