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CD-Review Veljanov The Sweet Life   CD-Review ::: Veljanov - The Sweet Life

Review Veljanov - The Sweet Life  
Review

Veljanov
The Sweet Life
Chrom Records / Motor

Goth-Pop
 
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An dem jüngsten Machwerk von Deine-Lakaien-Frontmann Alexander Veljanov scheiden sich die Geister. Die einen halten's für pathetisch-schwülstig-platt, die anderen protzen mit Superlativen. Über Geschmack lässt sich zwar bekanntermaßen nicht streiten, aber dieses Phänomen erfordert doch genauere Betrachtung.
Zuerst einmal Grundsätzliches: Die elf Tracks sind unverkennbar aalglatter Pop mit Düster-Attitüde und erinnern stark an das, was ein gewisser Black in den 80ern von sich gab. Goth-Fans von anno dazumal werden sich also bei den handzahmen Dark-Wave-Anleihen und theatralischen Beschwörungen längst vergangener Tage sichtlich heimisch fühlen.
Mysthisch verspielt, leicht sphärisch die Sounds, die dank der fragilen Stimme Veljanovs oftmals aus der Eintönigkeit gerissen werden. Dieselbe intoniert jedoch leider bevorzugt dramatisch irgendwelche für den Nicht-Extrem-Romantiker unverständliche Zeilen: "Like a hungry unborn kitten you just try to feel free." Ah ja.
Bemerkenswert dann aber doch, wie mit recht minimalistischen Mitteln breite und gar nicht uninteressante Klanglandschaften vor dem Hörer ausgebreitet werden, die hin und wieder seltsame Assoziationen auslösen: Der namensgebenden Track "The Sweet Life" erinnert an Kirmesmusik, "The Wind" spielt mit Destiny's-Child-R'n'B-Flimmereien und "Longer Longer" weist deutlich Kraftwerk-Schmeicheleien auf.
Trotz Ohrwurmcharakter des einen oder anderen Tracks (der sich vorwiegend dann entfaltet, wenn Veljanov sich traut, einen Kurswechsel vom 80er-Pop zum 90er-Sound zu vollziehen) und der wundervollen Ballade "Das Lied vom einsamen Mädchen", die schon Marlene Dietrich zum besten gab, tappt Alexander Veljanov mit "The Sweet Life" leider in die Nostalgie-Falle: Nicht alles, was früher toll war, ist es heute auch noch und verdient es, eine Fortsetzung zu finden. Ein bisschen mehr Mühe und Inspiration hätte dem Album gut getan.
 
Inga Stumpf
> Alle Beiträge von Inga Stumpf
 
Weitere CDs von Veljanov:
> Secrets Of The Silver Tongue


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