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CD-Review Vanguard Roots Of Folk   CD-Review ::: Vanguard Roots Of - Folk

Review Vanguard Roots Of - Folk  
Review

Vanguard Roots Of
Folk
Vanguard / ZYX
erschienen im September 2002
Folk - Compilation
 
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Drei CDs im Schuber, mit denen das Label "Vanguard" sich als maßgeblicher Träger der Folk-Bewegung US-amerikanischer Prägung präsentiert und selbst bewirbt. Zu Recht, denn sie haben das Newport Folk Festival, das Mekka der damaligen Szene, 1959 bis 1965 dokumentiert. In dieser Zeit definierte sich das auch heute noch gültige Verständnis von Folk und der Weg dieser Musik in eine breitere Öffentlichkeit. Vom Hobo- und Tramper-Gesang am Beginn des 20. Jahrhunderts, über die Äußerung politischen Inhalts - Folk ist im Grunde immer eine Protestbewegung - , der die Masse mobilisieren sollte, ab etwa der Mitte des Jahrhunderts ging dieser Weg dann bis in die Pop-Charts hinein. Das Newport Folk Festival war hier der Katalysator. Stars wie Joan Baez und Bob Dylan wurden (auch) in Newport gemacht, alles immer in dieses idealistische Protest-Gebaren gehüllt, das sich dann auch unmittelbar in der Hippie-Bewegung findet. Die 60er Jahre waren die Zeit des Umbruchs. Der Mentor der Szene, Pete Seeger, schrie vor Schmerzen auf, als Bob Dylan es wagte, eine elektrische Gitarre in die Hand zu nehmen und beendete den gemeinsamen Auftritt. Folk, das brachte eben auch einen hohen Anspruch an die künstlerische Integrität mit sich. Paradiesvögel wurden da eher kritisch beäugt.
Das beigelegte Booklet zeigt diese Entwicklungsgänge auf, hätte aber etwas ausführlicher ausfallen können. Aber es kann, ebenso wie die Auswahl der Stücke, ein Einstieg sein. Man ist überrascht, wie viele Ohrwürmer man hier in teils haarsträubenden, aber authentischen Versionen zu hören bekommt, die dann mit anderen Bands irgendwann in die Charts wanderten. "Joe Hill," mal nicht von Joan Baez, sondern von dem Ariensänger Paul Robeson, Buffy Sainte-Maries Interpretation des "Universal Soldier" vom legendären Woodie Guthrie, dessen Sohn Arlo es dann bis nach Woodstock schaffte, oder Pete Seegers "Turn Turn Turn," das die Beach Boys international bekannt gemacht haben, gesungen von Judy Collins. Solche Schmankerl mit Liebhaber- und Wiedererkennungswert finden sich en masse auf den 3 CDs. Vanguard will mit einer Dreiteilung der Ausgabe unterschiedliche Facetten der Szene auseinanderhalten: Wurzeln des Folk, Singer & Songwriter, sowie den Folk Blues. Und da dürfen natürlich John Lee Hooker, Muddy Waters und Willie Dixon nicht fehlen.
Dieses Konzept ist o.k. Wer sich ein bisschen mit amerikanischer Musik-Historie befassen will, ist mit "Vanguard Roots Of Folk" ganz gut dran.
 
Peter Backof
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