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CD-Review ::: Type O Negative - Dead Again |
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Die Depris aus Brooklyn sind nach vier Jahren Pause zurück. Immerhin: Auch das siebte Studioalbum von Type O Negative bringt es auf eine stattliche Spielzeit von knapp 78 Minuten oder zehn Songs. Und nein, Pete Steele ist nicht unter die New Yorker Penner geraten. Das Cover ziert Grigori Rasputin, seines Zeichens Mönch, Berater des russischen Zaren Nikolaus II und Faszinosum für die Band.
Musikalisch hat das Quartett Gothic-Einflüsse a la "October-Rust" extrem zurückgeschraubt. Okay, "Tripping A Blind Man" kokettiert mit "My Girlfriend's Girlfriend" und auch das etwas zähe "September Sun" könnte die Schwarzkittel-Fraktion beglücken. Ansonsten aber gibt es auf "Dead Again" viele Seventies-lastige, an Black Sabbath erinnernde Instrumental-Passagen, die den Eindruck erwecken, die Band habe im Studio viel gejammt und recht spontan gearbeitet. Zudem lassen sich immer wieder Parallelen zum Debüt "Slow, Deep And Hard" in Form relativ aggressiver, direkter Versatzstücke ("Dead Again", "Some Stupid Tomorrow") heraushören. Diese Mischung klingt stets nach Type O Negative, wenngleich sich das Material deutlicher sperriger zeigt, als man es in der Vergangenheit von der Band gewohnt war. Im Übrigen darf Gitarrist Kenny deutlich häufiger mitsingen, was der Chose mehr Abwechslung verschafft.
Mit "Halloween In Heaven" (inkl. Gastgesang von Lycia-Frontfrau Tara Van Flower) hat sich zumindest ein kleiner Hit eingeschlichen, ansonsten aber können die ausufernden, psychedelischen Instrumentalpassagen und die bis zu vierzehn Minuten langen Songs je nach Toleranzgrenze des Hörers zuweilen auch richtig nerven.
"Dead Again" ist widersprüchlich, zuweilen anstrengend und teilweise sogar verwirrend, weil die Platte letztlich keinen roten Faden bietet. Andererseits klingt die Band deutlich lebendiger als etwa zu "World Coming Down"-Zeiten. Außerdem erlagen die New Yorker nicht der in finanzieller Hinsicht sicher lukrativen Versuchung "Bloody Kisses Pt. 2" einzuspielen. Treu geblieben sind Type O ihren Lieblingsthemen, also vor allem den düstersten Seiten des menschlichen Seins: Liebe, Verlust, Wahnsinn, Ethik, Chaos, Träume und Albträume. Dazu passt "Dead Again" als Soundtrack mal wieder wie die Faust auf's Auge.
Fazit: Wer Type O Negative vor allem wegen Gothic-Hits a la "Black No. 1" mag, sollte um diese Platte besser einen Bogen machen. "Dead Again" ist alles andere als leichte Kost und erfordert Ausdauer, Ausdauer, Ausdauer. Die Belohnung: Eine vitale und eigenwillige Mischung aus Doom, Metal und Punk - aber nur ein bisschen Gothic.
Joachim Brysch
> Alle Beiträge von Joachim Brysch
Weitere CDs von Type O Negative:
> Life Is Killing Me > October Rust > World Coming Down
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