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CD-Review Tommy Lee Tommyland: The Ride   CD-Review ::: Tommy Lee - Tommyland: The Ride

Review Tommy Lee - Tommyland: The Ride  
Review

Tommy Lee
Tommyland: The Ride
Steamhammer / SPV
erschienen im Dezember 2005
Rock/Pop
 
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Gerade noch mit Mötley Crüe auf Welttournee, jetzt auf der Solo-Showbühne...

Drummer sind ja so ein Menschenschlag für sich. Nicht umsonst existieren in der Musikerwelt unzählige Drummer-Witze, oder man denke nur an Animal aus der Muppet Show, der sich als die Blaupause einer Rocksau vor dem Herrn präsentiert. Immer wieder wird auch gerne angeführt, dass Drummer, ähnlich wie Linksaußen und Torhüter, sowieso nicht ganz dicht seien. Mag alles stimmen.

Und Tommy Lee ist ein Paradeexemplar dieser Gattung, man erinnere sich nur an seinen Karriereabstecher in die Home-Video-Gefilde, sich überschlagende Schlagzeuge und ähnliche Verrücktheiten. Umso überraschender sein neuster Solo-Streich, passend zu seiner Biographie "Tommyland: The Ride" betitelt. Denn statt der groben Keule bietet Herr Lee hier allerfeinsten melodischen Ami-Pop-Rock a la Lit oder Goo Goo Doll,s den man ihm so beim besten Willen nicht zugetraut hätte. Angefangen beim melancholischen Opener "Good Times", zufällig der Titelsong seiner bald auch hier zu sehenden Fernsehshow, dem leicht beatleesken "Sister Mary", Balladen wie dem mit einer amtlichen Produktion versehenen "I Need You", dem autobiographischen und witzigen "Tired" hin zum Nickelbackig-treibenden (kein Wunder, wenn Chad Kroeger von eben jenen mit von der Partie ist) "Trying To Be Me", der Mann macht eine durchweg gute Figur als Sänger, Songwriter, Producer und Drummer sowieso. Und wo wir schon von Gästen in "Tommyland" reden, Rockstar zu sein hat ja den unschätzbaren Vorteil, dass man mit jeder Menge anderer Exemplare dieser Gattung in Kontakt steht. Umso leichter fällt es dann, mal eben Dave Navarro, die Madden Brüder von Good Charlotte, Butch Walker von den sträflich unterbewerteten Marvelous 3 oder sogar Backstreet Boy Nick Carter zu kontakten und ins Studio einzuladen, man kennt sich ja.

Und was dann dabei herauskommt ist von immenser Vielfalt, jedoch nicht konzeptlos, sehr unterhaltsam und weiß fast ausnahmslos durch unverschämt gute Hooks zu begeistern. Und mal offen gesprochen, kann man von jemandem wie Tommy Lee noch mehr erwarten als ganz großes Entertainment? Eben.
 
Tom Küppers
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