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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Suzanne Vega - Beauty & Crime |
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Suzanne Vega, einst eine Ikone der Folkszene, begründete ihren internationalen Ruhm mit Songs wie "Luka" und "Marlene On The Wall"; ihren größten kommerziellen Erfolg erlebte sie im Jahre 1990, als ihre Komposition "Tom's Diner" - zuvor von ihr in einer A-capella-Fassung mit beeindruckendem rhythmischen Feeling aufgenommen - von dem britischen Produzenten-Team DNA zu einer Disco-Version umgemodelt wurde.
Danach wurde es stiller um ihre Karriere. Nach Experimenten mit dem Ziel, ihre musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten durch Verwendung von Elektronik zu erweitern und nach der Produktion einiger wenig beachteter Platten ließ sie sich schließlich sechs Jahre Zeit für ihr jüngstes Opus. Es ist ein sehr persönliches Album geworden, das sich mit ihrer Heimatstadt New York befasst und deren Bewohner würdigt, ohne ins Klischee abzugleiten, etwa den Aspekt des 11.09.2001 emotional auszubeuten.
Suzanne Vega hat sich künstlerisch einiges abverlangt: Sie schrieb alle Songs (Texte & Musik) und war bestrebt, für Arrangements und Produktion Leute ins Boot zu holen, die ihren Vorstellungen entsprachen und darüber hinaus eigene unkonventionelle Ideen einbringen konnten. So fand sie schließlich den britischen Produzenten Jimmy Hogarth; die schottische Sängerin KT Tunstall zeichnet für den Background-Gesang verantwortlich und Tchad Blake mischte alles ab.
Die Mühe hat sich ausgezahlt. Das Album ist hervorragend arrangiert und produziert, es glänzt mit überraschenden und überwältigenden Einfällen. Die elf Titel, fast durchgängig im Drei-Minuten-Format, teilen sich auf in rockorientierte Stücke und Folksongs, wobei die zweite Gruppe stärker vertreten ist. Vega erzählt Geschichten und charakterisiert Menschen, die ihr nahestehen, sie schildert ihre Gefühle gegenüber ihrer Tochter und ihrem Bruder, sie erinnert an Straßen, die mit ihr vertrauten Menschen verbunden sind, sie singt von Ava Gardner und Frank Sinatra und der Unmöglichkeit ihrer Beziehung und beschreibt einfühlsam das Personal aus dem Werk der Schriftstellerin Edith Wharton.
Es erstaunt immer wieder, wie effektiv Suzanne Vega ihren relativ flachen Sopran mit seinem nicht sehr großen Stimmumfang einsetzt, wie sie mit ihrer swingenden Phrasierung die Songs dominiert, wie sie sich unangestrengt mit einem leichten Raunen über den Background-Level erhebt und gerade deshalb den Hörer fasziniert, ja geradezu gefangen nimmt.
Reinhard Giebel
> Alle Beiträge von Reinhard Giebel
Weitere CDs von Suzanne Vega:
> Stories In Red And Gray
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