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CD-Review Suede A New Morning   CD-Review ::: Suede - A New Morning

Review Suede - A New Morning  
Review

Suede
A New Morning
Epic / Sony Music
erschienen im September 2002
Metropolen-Pop
 
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Interview ::: vor 2001
Bandpage

In Zeiten, in denen Viva versucht, uns den holperigen Retro-Chic der frühen Achtziger mit Horden von ach so ironisch daherkommenden Analog-Synthie-Bastlern nahe zu bringen, ist ein neues Album von Suede nicht gerade das, worauf die Welt gewartet hat. Suede erscheinen heute ganz und gar als Phänomen der letzten Dekade, in der sie es im UK mit vier Alben ganz nach oben schafften.

Angeführt vom divenhaften Glam-Melancholiker Brett Anderson tänzelte die Band aus Londons Suburbia auf der feinen Linie zwischen Art Pop und Mainstream-Appeal. Lustvoll zelebrierten sie Seventies-Camp, schmutzigen Glamour und Lyrics von nachtschwarzer Laszivität. Ein brodelndes Gemisch aus Kitsch, kalkulierter Künstlichkeit und aufgekratztem Pathos, das sie in ihren besten Momenten zu großartigen Pop-Singles eindampften.

Zur Erinnerung: Das letztes Suede-Album, "Head Music", stieg ohne Umschweife auf Platz eins der britischen Charts ein. Drei Jahre ist das her, im Zeitalter der Retorten-Trends fast eine Ewigkeit. Heute erzählt Brett Anderson in Interviews gerne von Läuterung und Neubeginn: Klar denken statt all der Drogen. Die Klampfe geschnappt und ein paar Monate ab auf's Land. Zu sich selbst finden und so.

Man arbeite an der Suede-Vision eines Folk-Albums, hieß es irgendwann während der zweieinhalb Jahre dauernden Aufnahmen zu "A New Morning". Klang gewagt für eine Band, die für ihre schillernde, durch und durch urbane Exzentrik geliebt wird. Klarer Fall von noch mal gut gegangen: "A New Morning" erspart uns jede Form von musikalischer Lagerfeuerromantik und liefert mit "Positivity", "Obsessions", "Beautiful Loser" und "One Hit To The Body" vier echte Anwärter für den definitiven Best-of-Sampler der Band. Das restliche Material hält locker den Standard der letzten beiden Alben, ohne wirklich neue Wege zu beschreiten.

Na gut, wie gewohnt nerven bei den Balladen Andersons manierierte Vocals. Aber die Fans werden die Traditionspflege in eigener Sache natürlich trotzdem lieben. Vom Folk-Ansatz blieben straffe, abgespeckte Arrangements, mit denen Smiths-Producer Stephen Street nach dem überproduzierten Bombast von "Head Music" wieder die eigentliche Bestimmung der Band freigeschaufelt hat: Smarten Metropolen-Pop, immer noch stylish und zugleich total out of time.
 
Henning Hurling
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