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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Say Anything - ...Is A Real Boy |
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"...Is A Real Boy" - so heißt das Debüt-Album von Say Anything aus Los Angeles. Die Band besteht aus nur zwei Mitgliedern: Max Bemis am Mikro und an den Drums sitzt Coby. In ihrer bisherigen Bandgeschichte sind angeblich noch viele Ex-Mitglieder zu verzeichnen, die Max Bemis alle vergrault haben soll.
Das Werk der zwei Amis war eigentlich als eine Art Rock-Oper gedacht. Ursprünglich gehörten gesprochene Erzählteile mit einer richtigen Besetzung dazu. Die Storyline ging über eine einigermaßen erfolgreiche Indie-/Punk-Band namens Say Anything und deren Frontmann Max Bemis – ein idealistischer, introvertierter Singer/Songwriter, der unter Depressionen und Ängsten leidet und eines Nachts von einer übernatürlichen Kraft mit einem mysteriösen Fluch belegt wird. Na ja. Die Sprechteile wurden am Schluss jedoch weggelassen. Der Grund dafür war ein Zusammenbruch von Max Bemis: Das Singen und Einspielen aller Instrumente - außer den Drums - hatte ihn so mitgenommen, dass er eines Nachts in einer Art psychotischer Betäubung durch die Straßen Brooklyns irrte und daraufhin für etwa zwei Wochen in einer psychiatrischen Anstalt landete.
Produziert wurde die Platte von Tim O'Heir (der unter anderem für All American Rejects verantwortlich zeichnet) und Stephen Trask. 2004 wurde "...Is A Real Boy" nur in den USA beim Indie-Label Doghouse Records veröffentlicht. Im Frühsommer 2006 folgte eine Neuveröffentlichung, produziert von J Records - als Doppel-CD mit den 13 Originaltracks und 7 unveröffentlichten Stücken.
Angepriesen wird das Werk als ein "Punk-Rock-Musical". Was soll ich sagen - es ist eher Pop-Indie-Rock mit ein paar zarten Spuren von Punk hier und da. Und die Tatsache, dass Bemis in eigentlich fast jedem Lied viele "Oh-s", "Yeah-s", "Hey-s", "Oh no-s" sowie kleinere Textpassagen immer wieder und wieder und wieder wiederholt, ist mit der Zeit etwas nervig. 13 Tracks können da ganz schön lang werden. Die zweite CD mit den bis dato unveröffentlichten Liedern hätte es auch nicht gebraucht.
Tanja Kellner
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