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CD-Review Samba t.b.a.   CD-Review ::: Samba - t.b.a.

Review Samba - t.b.a.  
Review

Samba
t.b.a.
Epic / Sony Music

Deutsch-Rock
 
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"Fünf Jahre nach mir und drei Jahre nach Blumfeld kaufen sie alles ein, was deutsch singt und laut genug lügen kann", sang Tom Liwa mit seinen Flowerpornoes in "Titelstory gegen ganzseitige Anzeige", vor langer, langer Zeit.
Sieht man sich heute mal um, entdeckt man die mittelfristigen Folgen damaliger Entwicklungspolitik. Die Zahl deutschsprachiger (Rock-)Bands und vormals als Geheimtip gehandelter Liedermacher aus dem Underground (jaja), die überregional ihr Publikum finden, nähert sich Legion. Es paßt ins Bild, wenn die Cucumber Men Videos drehen dürfen, die dann auch auf VIVA gezeigt werden, oder Maria Perzil von ihrer Musik halbwegs leben können.
So. Diese Combo hier, Samba, hatte mal ein Lied "Das Licht (das auf mich scheint und aus dem Kühlschrank meiner Küche kommt)". Das war auch ein bißchen bekannt. Dann gab's eine Platte "Zuckerkick", die kennt eher niemand. Hier sind Samba jetzt mit einem neuen Album: "t.b.a." ("to be announced", ein unglaublich cooler Titel). Und um es gleich zu sagen, es ist äußerst durchwachsen.
Aber es fängt gut an. Zwischen dem zwingenden, atmosphärisch geschlossenen und langsam kommenden Rock von "Ich geh jetzt tauchen" und dem drängendem halbfröhlichen Kopfnicker "FCKW" besteht noch enge Verwandtschaft. "Glücklich und dumm" klingt dann, an dieser Stelle, störend, ein Fremdkörper mit Country-Banjo. "Ein Lied mehr" knüpft gut an die Opener an. "V2" ist ein unverzeihlicher Fehler, der Text so unsensibel und, ja, dumm wie "...und wenn er kommt, wird er gebombt wie Vietnam" vom unsäglichen Hartreim-(haha)-Projekt aus Rödelheim.
"Bundeswehrschlafsack" hat den guten Blues und kommt am Ende stark nach vorn. "T-Shirt, ich liebe mich" ist ein Mädchenlied, das kein Junge singen sollte, außer er heißt Bernd Begemann, der darf das, weil er das kann und nicht peinlich ist. "Geht kaputt" (genauso wie das spätere "Zinn") geht grade noch durch, obwohl der Sinn verborgen bleibt und für ein reines Funlied zuwenig Fun drinsteckt. Dafür ist es kurz und schnell vorbei. "Sommerhit" dann ist, neben "Ich geh jetzt tauchen", das zweite Herzstück dieser Platte, erinnert ein wenig an die besseren Stücke von Hallelujah Ding Dong Happy Happy. Und das war's dann auch fast. Über die weiteren fünf Stücke gibt es nicht viel Gutes zu sagen, außer daß "Satzkiller" feiner Rock n Roll ist und ehrlich.
Musikalisch ist die Platte eigentlich in Ordnung. Samba machen guten hausbackenen Rock mit unsauberen Gitarrentönen und akzentreicher Orgelbegleitung. Klassisch schon irgendwie, aber nicht altmodisch. Gut, dem Drei-Tage-Bart des Gitarrensounds wurde an mancher Stelle mit dem Schwarzstift nachgeholfen, damit er mehr hermacht, aber was soll's. Wem das reicht, der sollte mal reinhören.
Wer mehr auf Texte abfährt, hat hier eigentlich nichts verloren, kann auch nicht viel finden, außer trockener Ehrlichkeit in "Satzkiller" und einem langen warmen Hauch Untersee-Romantik in "Ich geh jetzt tauchen".
Kurz zurück zu unserem Eingangszitat, Thema "laut genug lügen", damit Samba hier nicht im falschen Licht erscheinen. Es können ja nur die Bands laut und deutlich lügen, die verständliche Texte machen. Von daher kann man Samba nichts nachsagen, weil kein Mensch versteht worum es geht, außer in den o.g. Songs und "V2".
Wem die Verbindung Text/Musik, der Songs als Ganzes und der Gesamteindruck und -klang der Platte wichtig ist, der wird hier Schwierigkeiten kriegen, weil er nicht wissen wird, ob's ihm gefällt oder nicht. Da ist Reinhören als Vorsichtsmaßnahme dringend angebracht, aber als Mühe auch nur dann zwingend notwendig, wenn gerade keine andere Platte auf deinem Einkaufszettel steht. Denn du würdest neben den leckeren Stücken auch viel Füllmaterial kaufen. Abraum sozusagen, sorry.
Dafür ist dann aber das Cover ganz nett und die Gesamtaufmachung von Platte/Booklet/Cover in ihrer schlichten und konsequenten Art ist mehr als gelungen.
 
Robert Schmidt
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