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CD-Review Rize Music From The Original Motion Picture   CD-Review ::: Rize - Music From The Original Motion Picture

Review Rize - Music From The Original Motion Picture  
Review

Rize
Music From The Original Motion Picture
Silva Screen / Edel
erschienen im Oktober 2005
Soundtrack / HipHop
 
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Lil C weiß zu berichten: "Da, wo wir herkommen, bist du entweder in einer Gang oder in einer Tanzgruppe." Lil C wählte die bessere Alternative, tanzt in Los Angeles und ist einer der Stars des Films "Rize". Regisseur David LaChapelle, bis dato vor allem durch Videos von Christina Aguilera, No Doubt, Britney Spears oder Moby in Erscheinung getreten, nahm sich seines ersten Projektes im Kinoformat an. Entstanden ist die Doku "Rize", die von der freien, wilden Krumping-Szene in Kalifornien berichtet. Krumping, auch als Clowning bekannt, ist ein anarchischer, aggressiver Tanzstil zu schnellen HipHop-Beats. Ein wichtiges Element ist die Optik: Die Tänzer bemalen sich clownähnlich im Gesicht. Spätestens seit dem "Galvanize"-Video der Chemical Brothers sollte dieser Stil auch in die europäische Wahrnehmung vorgedrungen sein. Desweiteren luden Missy Elliott ("I’m Really Hot") oder die Black Eyed Peas ("Hey Mama") tanzende Clowns zu ihren Clip-Drehs ein.

Als Begründer dieser Bewegung, die bereits 1992 - der Legende nach kurz nach den Rassenunruhen um den von weißen Polizisten verprügelten Schwarzen Rodney King - in Los Angeles ihren Ursprung hat, gilt Thomas Johnson. Tommy the Clown, wie sich Johnson nennt, haute sich eine ordentliche Portion Schminke ins Gesicht und sorgte damit auf einem Kindergeburtstag für beste Unterhaltung. Sein wilder Tanz begeisterte die Menge, überall im Problem-Stadtteil South Central sprossen Tanzgruppen aus dem Boden. HipHop kam dahin zurück, wo er begonnen hatte. Manche Gangs bekriegten sich nicht mehr mit Waffen, sondern durch Breakdance-Contests. Und jetzt eben durch Krumping, wenn auch das Phänomen (bislang) nur einen regionalen, kalifornischen Charakter hat. LaChapelle porträtierte diese Szene in der Szene. Auch in Amerika sind die Untergrundelemente im HipHop nicht ausgestorben, man muss nur genauer hinschauen. Längst ist nicht alles der Proleten-und-Protz-Diktatur eines 50 Cent unterstellt. Der Horizont hinter den Hummer-Geländewagen mit Louis-Vuitton-Innenfutter, Diamantenketten und sexistischem Gebrabbel ist viel interessanter - gewiss keine neue Feststellung, aber bei der multimedialen Übermacht der Bling-Bling-Chauvinisten immer wieder eine Erinnerung wert.

Auf dem Soundtrack spielt Fili Stylz die erste Geige, ein Rapper aus Richmond, der mit bürgerlichem Namen Anwar Burton heißt. Neben seinen Stücken, die die Gliedmaßen der Clowns schon nach zwei Takten zum Wackeln bringen, tauchen auch die restlichen Songs aus dem Film auf, so das softe "Soar" von Christina Aguilera oder traditionelle Stücke wie "Amazing Grace" oder "Oh Happy Day". Das interkontinentale Netz knüpft der Londoner Wortakrobat Dizzee Rascal mit seinem Hit "Fix Up, Look Sharp".
 
Alex Marner
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