 |


|
Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
|
| Berlin |
 |
  37.9% |
 |
| eine andere |
 |
  20.7% |
 |
| Hamburg |
 |
  17.2% |
 |
| Köln |
 |
  17.2% |
 |
| München |
 |
  6.9% |
 |
|
|
|
|
|
 |
| |
 |
CD-Review ::: Pothead - Grassroots |
 |
"Diejenigen, die gegen den Strom schwimmen, ragen aus der breiten Masse heraus" mögen sich Brad und Jeff Dope gedacht haben, als sie im Herbst 1991 ihre Heimatstadt Seattle verließen, um sich in Berlin niederzulassen. Die Zeit gab ihnen recht, denn der Grunge ist längst auf der Müllhalde gelandet, ihre Band Pothead hingegen veröffentlichten eben mit "Grassroots" das achte Album. Dass Sänger und Gitarrist Brad, Bassist Jeff sowie der in Berlin dazugekommene Sauerländer Schlagzeuger Sebastian Meyer ihre Platten auf dem bandeigenen Label JanitorRecords herausbringen, passt demzufolge gleichermaßen ins Konzept wie die Tatsache, dass ihre CD's seit Anfang letzten Jahres nur noch auf den legendären Konzerten und ihrer Homepage http://www.pothead.de erhältlich sind. Diese vorgelebte Ablehnung jeglicher Kommerzialisierung und Ausbeutung durch die Plattenindustrie mag noch nicht als Kaufargument gelten. Die 19 Songs ohne Ausfall hingegen scheinen förmlich "Kauf mich!" zu schreien. Dabei fällt auf, dass zum ersten Mal der Anteil akustisch getragener Midtempo-Songs überwiegt, wobei der flotte Dreier aus der Hauptstadt den Hörer genau dann mit elektrischen 70er Jahre Hardrock ("Rock The Border", "Rock Says Nope", "Put It Inside You") wachrüttelt, wenn sich dieser eben im atmosphärischen Schönklang zurechtgefunden hat. Doch gerade die ruhigeren Stücke bringen die Stärken der Band am besten zum Vorschein: Zum einen ist Brad's markante Stimme, die einen schon mal an Frank Zappa erinnert, Gold wert, zum anderen zeigen sich die drei Potheads als wahre Könner an ihren Instrumenten. Wie guter Wein im Eichenfass konnten sie im Laufe der Jahre in hunderten von Konzerten reifen. Das fast acht Minuten lange, melancholische "Rut" mit dem wunderschönen Mundharmonika-Intro, das spartanische "Deliverance" mit dem monotonen Schlagzeug oder das spannende Finale Grande "Festung" sind melodiöse, balladeske Unikate, fast schon kleine Epen bar jeglicher Lagerfeuerromantik. So sind die "Grassroots" Potheads bisher ausgefeiltesten und doch zurückhaltendsten 70 Minuten Musik ohne Verzicht auf ihre gnadenlos groovenden Rhythmen aus den Vorgängeralben. Bliebe nur noch die Frage offen, wie die Krankenwagensirenen in "Wild Weed" aufs Band kamen. Vermutlich durch reinen Zufall, denn die Aufnahmen klingen nach einer Menge Tüten Spaß und weit geöffneten Fenstern.
Christof Herrmann
> Alle Beiträge von Christof Herrmann
Weitere CDs von Pothead:
> Tuf Luv > Fair Ground > USA! > Pot Of Gold > Desiccated Soup > Learn To Hypnotize
 |
Pothead bei ebay |
 |
|
|
|
 |





|
 |