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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Phillip Boa And The Voodooclub - My Private War |
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"I want You You You". Wen meint der beste deutsche Musiker denn da? Uns alle? Seine Fans? Oder die ganze Welt? Na ja, die Welt wohl nicht, wenngleich einige Fans ihn als das musikalische Oberhaupt eben dieser sehen. Der König war tot, es lebe der König!
Zwei lange Jahre hat der mediterrane Dortmunder uns auf eine neue Veröffentlichung warten lassen, und am 31.01.2000 traten sich die Anhänger Boas gegenseitig auf die Füße, um beim Kauf des Albums "My Private War" an erster Stelle zu sein. Und wer dachte, die CD auf den ersten Blick zu erkennen, war sicherlich sehr überrascht über das boa-untypische Artwork der Scheibe (denn Dirk Rudolph zeichnet diesmal nicht verantwortlich). Edel, im schwarzen Pappschuber verpackt, kommt die CD in grau und schwarz ungewöhnlich (und fern ab jeden bunten Hypes) daher. Der Meister, dessen Abgründe der Seele jedem in Form der beigefügten Texte zu Füßen liegen, zeigt sich auf den Photos im Booklet als distinguierter und nachdenklicher Mann, wie auch zuletzt auf der Tour zum "Lord Garbage"-Album.
Die Musik, vorab schon teilweise auf der Maxi "So What" zu hören (welcher die oben zitierte Textzeile entliehen ist), ist und bleibt Boa. Wer behauptet, dass Musik immer nur dem Zeitgeist folgen und unbedingt weiterentwickelt werden muss, um die Herzen der Fans zu erreichen, kennt die Sounds von Boa nicht. Wer möchte nicht bei Krachern wie "So What" oder "Diabolique" in der ersten Reihe im Konzert pogen? Sicherlich, Kerzen und Feuerzeuge werden zu wundervollen Balladen wie "Rome In The Rain" angezündet werden, aber das war ja, Boa sei Dank, schon immer so und wird hoffentlich immer so bleiben. Es reicht doch, wenn sich andere Bands mit pseudozeitgeistlichen Sounds und jungen Klamotten den musikalischen Kopfschuss geben.
Alison Galea, ihres Zeichens Sängerin bei den Beangrowers, unterstützt den Wahl-Malteser bei den Vocals, was den Wiedererkennungswert noch steigert. So hat Phillip Boa und sein neuer Voodooclub (eben nicht mehr solo oder als Voodoocult) eine Perle der Musikszene gezaubert, welche sicherlich auch live zu genießen sein wird. His royal highness is back. Boa sei Dank.
Übrigens, für alle Bands, die jemals versucht haben, den Sound von Boa zu kopieren, hat diese CD eine ganz neue und demotivierende Dimension - einen neuen Kopierschutz: Diese(n) Boa kann keiner kopieren! Hochachtungsvoll!
Holger Galla
> Alle Beiträge von Holger Galla
Weitere CDs von Phillip Boa And The Voodooclub:
> Decadence & Isolation > C 90 > Fine Art On Silver > The Red
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