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CD-Review Pat Metheny Group Speaking Of Now (2)   CD-Review ::: Pat Metheny Group - Speaking Of Now (2)

Review Pat Metheny Group - Speaking Of Now (2)  
Review

Pat Metheny Group
Speaking Of Now (2)
Warner Music
erschienen im März 2002
Jazz - Fusion
 
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Bandpage

Mit Herrn Metheny ist das so eine Sache. Seit Jahrzehnten wird er zu den herausragenden Musikern des zeitgenössischen Jazz gerechnet. Seine Ausdrucksfähigkeit auf der Gitarre reicht von Ausflügen in den freien Jazz Ornette Colemanscher Prägung über exzellente Einspielungen mit anderen Musikerkollegen wie Charlie Haden oder Dave Holland und Roy Haynes bis hin zu den überaus erfolgreichen Produktionen der Pat Metheny Group.
Doch gerade an deren Werken scheiden sich die Geister. Die einen sind voller Begeisterung über den Klangzauberer Pat Metheny, die anderen voller Häme ob seiner allzu glatten, sich an den Rändern des Kitsches bewegenden Musik. So wie Pat Metheny auf der einen Seite Verrat am Jazz vorgeworfen wird, so hat er andererseits vielen die Ohren für den Jazz geöffnet. Mit "Speaking Of Now" ist nun die neueste Einspielung der Pat Metheny Group erschienen. Schon vor dem ersten Hören hat man eine Ahnung von den Klängen, die einen erwarten: Der gesangsartige, den erklingenden Gitarrenton um eine Oktave verdoppelnde Chorus-Sound, den Metheny wie kein anderer beherrscht; die weiten Klangfelder des auf jeder Gruppenproduktion überaus präsenten kongenialen Keyboarders Lyle Mays; der insgesamt immer wieder spürbare Einfluss vor allem brasilianischer Vokalmusik. Und wie nicht anders zu erwarten, wird man nicht enttäuscht.
Auch auf "Speaking Of Now" finden sich wieder eingängige Harmoniefolgen und Melodiepassagen von traumhafter Schönheit, balladeske Miniaturen und sich beständig steigernde Tempiläufe. Wie gewohnt ist das Zusammenspiel der Musiker exzellent, die Spielfreude überbordend. Zudem gibt es auf dieser Einspielung mit der allerdings nicht alle Stücke begleitenden sehr lyrisch gespielten Trompete von Cuong Vu ein instrumentarisches Novum. Ein personelles Novum auch der Drummer Antonio Sanchez sowie Sänger und Perkussionist Richard Bona. Neben Metheny sind von den langjährigen Weggefährten nur noch Bassist Steve Rodby und selbstverständlich der der Group seit Anfangstagen zugehörige Lyle Mays übrig geblieben Musikalisch mithin alles in allem Altbekanntes.
Ein Charakteristikum des Sounds der Pat Metheny Group ist eben auch, dass er sich selbst wiederholt. Was im Grunde jedoch genial ist, denn auf Dauer kann man sich der Schönheit dieser Musik, wenn man sie denn nicht gänzlich ablehnt, gerade auch in ihrer erwartbaren Beständigkeit, nicht entziehen.
Dennoch reicht "Speaking Of Now", wie auch schon einige der Vorgängeralben, nicht an die Brillianz der frühen Werke der Pat Metheny Group aus den Endsiebzigern und Anfangachtzigern heran. So ist meine eigene noch am Beginn stehende Beziehung Speaking Of Now" eher eine verhalten abwartende. Trotz schöner Klangbilder reißt mich das Werk (noch) nicht vom Hocker. Sonst sehr schnell geschehen, habe ich jetzt noch nicht mal annähernd einen Titel für meine persönliche heavy rotation ausmachen können. Das ist irritierend. Doch ist es auch durchaus möglich, dass mich die in dieser Produktion verborgene Magie erst nach mehrfachem Hören ereilen und festhalten soll und wird...
Eingefleischte Metheny Fans geben sowieso nichts auf anderer Leute Meinung, und der reinen Lehre des Jazz verbissen dogmatisch verhaftete Puristen werden "Speaking Of Now" erst gar nicht zur Kenntnis nehmen. All denen, die möglicherweise noch nie etwas von Pat Metheny gehört haben, sei als Einstieg allerdings doch eher das 1978 erschienene erste Album mit dem schlichten aber bezeichnenden Titel "Pat Metheny Group" empfohlen. Kommt dieser Einstieg einer Einstiegsdroge gleich, landet man oder frau irgendwann unweigerlich bei "Speaking Of Now". Und so soll es sein.
 
Ärnst Stänkowskie
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