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CD-Review ::: Ozzy Osbourne - Down To Earth |
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Man wird sehen, ob die modernere Ausrichtung des neuen Ozzy-Albums auch wirklich allen Fans gefallen wird, Fakt ist aber, dass der Madman nicht nur seine typisch schrägen Sangeskünste wie eh und je an den Tag legt. Dabei scheinen die Stücke aber einen Zacken ernsthafter, teils nachdenklicher zu sein. Nicht, dass Ozzy für Partymucke stehen würde, aber irgendwie ist die Atmosphäre eine logische Weiterführung des einzig neuen Tracks auf seiner '97er Best of, "Back On Earth". Die teils unsauber produzierten Gitarren sind wiederum Geschmackssache, doch lässt sich auch in diesem Fall das technische Vermögen und das eigenwillig und doch einnehmende Gitarrenspiel Zakk Wylde's nicht einfach abtun. Dafür hat der Mann einfach zuviel Klasse. Die beweist er auch ganz gern bei längeren Instrumentalparts, wenn er mal wieder mit sperrigen Soli aufwartet, die einen aber doch nicht loslassen. Alles in allem ist das Zusammenspiel der Akteure aber zu jedem Zeitpunkt songdienlich und Stimmung schaffend.
Nicht zu modern, nicht zu traditionell, aber anders wie immer. Ozzy eben. Und mehr muss man zu diesem Mann wohl nicht mehr sagen.
Eva-Maria Übelhack
Ozzy ist Gott und Gott kann sich nicht irren. Wohl aber im Laufe der Zeit müde werden. Und das, obwohl Gott eine Vielzahl Muntermacher um sich schart: Zakk Wylde, seinen langjährigen Weggefährten, Mike Bordin, Ex-Faith No More, und Robert Trujillo, Ex-Suicidal Tendencies, geben ihr Bestes, aber Gott hat seine ganz eigenen Vorstellungen von Musik. Frisch und experimentell können andere klingen.
Ozzy Osbourne kehrt nach sechs Jahren, einem leidigen Best-Of-Sampler und dem traurigen Versuch, zusammen mit den ehemaligen Mitstreitern die Idee und den Ruhm von Black Sabbath erneut aufflammen zu lassen, zurück ins Business. Der Madman präsentiert sich in alter Manier zwischen harten Gitarren, Selbstmitleid und seinen chemical friends und schert sich einen Dreck um NuMetal und diverse digitale Spielereien.
Überraschungen auf "Down To Earth"? Keine, aber als Kultfigur kann Ozzy es sich leisten, bei seinen Leisten zu bleiben. Seit "Blizzard Of Ozz" (1980) produziert er amerikanischen Heavy Rock, der mit dem britischen Schwermetall seiner Stammcombo kaum etwas zu tun hat. Das tut er mit Erfolg, aber auch nach Schablone. Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit bereits veröffentlichten oder noch zu veröffentlichenden Alben sind kein Zufall und nicht unbedingt ungewollt.
Trotzdem: Auf seinem lang verschobenen, neuen Alleingang beweist Herr Osbourne, dass er selbst mit seinen über fünfzig Jahren noch rocken kann. Zwar lässt er sich den Longplayer größtenteils im Midtempo abspulen und scheut sich nicht, die ein oder andere dezente Ballade einzustreuen, vergisst über dies jedoch nicht, "Down To Earth" mit einem respektablen Headbanging-Faktor zu versehen. Schon der Opener kündet von der Agilität des Rock-Dinosauriers, auch wenn er an Glanztaten wie "Perry Mason" nicht ganz anknüpfen kann.
Fazit: Die Abstände zwischen seinen Soloalben werden länger, die Musik ändert sich nicht. Pflicht statt Kür, aber besser, sich die bestehende Fangemeinde und Konsumenten der alten Schule des Hardrocks warm zu halten, als in die Peinlichkeit eines Großvaters im trendy Crossover-Gewand abzudriften.
Inga Stumpf
> Alle Beiträge von Inga Stumpf
Weitere CDs von Ozzy Osbourne:
> Under Cover > Greatest Ozzman > Ozzmosis
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