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CD-Review Olaf Kübler When I'm 64   CD-Review ::: Olaf Kübler - When I'm 64

Review Olaf Kübler - When I  
Review

Olaf Kübler
When I'm 64
Village / ZYX
erschienen im Februar 2002
Jazz
 
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Olaf Kübler? Kenn' ich nicht! Nie gehört!
Vorsicht mit solch leichtfertigen Aussagen! Den ersten Satz vermag der geneigte Leser noch mit Fug und Recht behaupten, beim zweiten wird es schon schwieriger. Olaf Kübler, seines Zeichens altgedienter Jazzer auf dem Tenorsaxophon, hat lange musikalisch mit Udo Lindenberg rumgemacht und war als passionierter Wortspieler der eigentliche Erfinder von so manchem von Udos Sprüchen. Zu Beginn der Achtziger trug er seinen Teil zu Westernhagens Plattenerfolgen bei und spielte auf einer.Police-Single mit, als Sting etc. sich gerade mal anschickten, berühmt zu werden.
Ende der 50er hat der Autodidakt Kübler auf der Bühne losgelegt und für die nächsten 10 Jahre mit dem einen oder anderen Spitzenjazzer geblasen, danach in Sachen Rock und Pop produziert und gespielt, nebenbei reichlich Film- und Fernsehmucke gemacht und ist schließlich in den Neunzigern zu seinen musikalischen Wurzeln zurückgekehrt. Bebop und Blues.
64 ist er jetzt, der Olaf Kübler, und leicht und locker spielt er lupenreinen Jazz erster Güte. Seinen Sound definiert er selbst als mitunter brachial, das Spiel aus der Tiefe des Herzens kommend. Was vor allem auf den Balladen und Standards der CD zu hören ist, die Kübler wahrhaft hingebungsvoll interpretiert. Dagegen ist seine Brachialität beileibe nicht gleichzusetzen mit schrägster freier Improvisation. Zwar fegt er schon mal recht heftig die Skalen rauf und runter, überbläst auch mal hier und da, aber Kraft und Tempo vertragen die größtenteils Eigenkompositionen vorzüglich.
Begleitet wird Olaf Kübler von einem exzellenten Trio. Christoph Spendel, Erstligist im deutschen Jazz, sitzt am Piano, Kurt Bilker am Schlagzeug und André Menza zupft den Bass.
Bereits nach zwei Tagen Studio war die CD im Kasten. Beweis für die gute, nicht nur musikalische Harmonie aller Beteiligten. Gerade auch nach dieser kurzen Aufnahmezeit klingen die Stücke gut abgehangen und gehen ohne Schnickschnack nach vorne los. Groovender straight ahead Jazz.
Auf dem informativen CD-Booklet gibt's ein schönes Foto der vier Musiker. Allesamt lachend. Wie Honigkuchenpferde. Die ja normalerweise grinsen. Sie haben auch allen Grund dazu. Die Herren Musiker.
 
Ärnst Stänkowskie
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