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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Nada Surf - Let Go (2) |
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"High/Low" war der Titel des 96er Albums des New Yorker Trios Nada Surf, der für die Band offenbar zum Schicksal werden sollte. Nachdem die Kalifornier mit ihrer Indie-Hitsingle "Popular" aus dem selben Jahr nicht nur in Szenekreisen wirklich populär wurden und manches Tanzbein zum Schwingen und Springen bringen konnten, schien die Karriere der Rock-Pop-Combo gesichert. Die Folge waren ausverkaufte Club-Konzerte ein Jahr später, an die man sich auch heute noch gern erinnert. Dieser sympathischen und vielversprechenden Band lag das Publikum zu Füßen - und wie so oft scheiterte es an einer rigiden und falschen Plattenfirmenpolitik. Ihr Label Elektra war lediglich daran interessiert, den Sound von Nada Surf möglichst gewinnbringend zu verheizen, was die Jungs aber nicht mitmachen wollten. Jahre dauerte es, bis sie aus dem Vertrag aussteigen durften und schließlich ein neues Label fanden. Mit "Let Go" beginnt ein neues Kapitel Nada Surf.
Das Album lässt die Strapazen der Reise durch Höhen und Tiefen spüren. Melancholie und Frustration, Enttäuschung und schließlich auch immer wieder Hoffnung, schimmern durch die zwölf Songs des dritten Longplayers von Nada Surf. Emo-Sound, der wirklich aus dem Inneren der Künstler zu kommen scheint. Nicht mehr so wild und unbeschwert wie die früheren Werke, gewährt das Album den leiseren Tönen den Vortritt. Gemächlich fließend melodiös - mit einer guten Portion versiertem Songwriting und dem Gespür für harmonische Settings ohne dabei langweilig oder belanglos zu werden, gelingt es "Let Go", den Hörer auf subtilste Art und Weise in den Bann zu ziehen. Dafür ist auch zum großen Teil die eindringliche Stimme des Sängers Matthew Caws, der auch vorwiegend das Songwriting besorgt, zuständig. Holzhämmer sind out - Spielfreude und Authentizität sind die Qualitäten, auf die es jetzt ankommt. Ein Album für die ruhigen Stunden des Lebens, das immer wieder daran erinnert, dass nicht alles Zuckerschlecken ist, aber eben auch kein Grund zur Kapitulation besteht. Nada Surf sind erwachsen geworden und beweisen, dass Plattenfirmen bisweilen ganz schrecklich daneben liegen - "The Way You Wear Your Head" wird zum Programm des Wirkens dieser Combo und zeigt, dass Bands, die an sich und ihre Arbeit glauben, es auch ohne verblendete A&R-Manager schaffen können, ihr Ding durchzuziehen.
Katrin Theis
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Weitere CDs von Nada Surf:
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