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CD-Review N.I.L.F.I.S.C. The Beatless   CD-Review ::: N.I.L.F.I.S.C. - The Beatless

Review N.I.L.F.I.S.C. - The Beatless  
Review

N.I.L.F.I.S.C.
The Beatless

Avantgarde / Rock
 
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Bandpage

"The Beatless", die Beatles ohne Schlagzeug (eben Beatless) und instrumental obendrein.
Das klingt an sich schon genauso interessant wie der Bandname. N.I.L.F.I.S.C. (New intellectual Line for international Sound Communication) sind sechs Musiker – sind sie wirklich Musiker? – aus Österreich, die nach eigenen Angaben alles nur einmal spielen, denn "Man kann ja auch nicht zweimal die gleiche Wut und Zärtlichkeit im Bauch haben.". Und "Poesie gibt es auch. Aber sie schmerzt unter diesen Umständen ein wenig.". Sie nennen dies dann Junk-Music. Klingt auf den ersten Blick ziemlich interessant. Wenn man dann noch weiß, dass der Gitarrist Professor der Kommunikationswissenschaften und der Keyboarder Philosoph ist, ist man gespannt, was die Herren auf dieser CD geleistet haben.
Auf "Beatless" sind nur drei der Musiker vertreten, eben Prof. Dr. Rudi Renger (git.), Günter Witzany (keyb.) und Hannes Renger (bs.) und die drei improvisieren sich durch das Beatles-Songbook. "Die Stücke wurden von uns quasi 'dekonstruiert' und in anderer, modularer Reihenfolge wieder zusammengesetzt, wobei das Ziel nicht die 'vollständige' Wiedergabe war, sondern jene Parts zu verarbeiten, die uns aus dem Moment heraus passend erschienen".
So sind bei den einzelnen Stücken nur mehr oder weniger deutliche Fragmente der Originalsongs zu erkennen, der Sound erinnert mehr an King Crimson, was besonders am Gitarrenspiel Rengers liegt. Aber leider basieren die Stücke zumeist nur auf einer Bassline, so dass besonders die langen Stücke, und es gibt immerhin sechs Stücke über 8 Minuten, etwas ermüdend sind. Es gibt aber auch tolle Momente auf dieser CD, das sind "Birthday", weil kurz und schmerzvoll, oder "While My Guitar Gently Weeps", wo sich Gitarre und Keyboards streckenweise sehr schön zur ursprünglichen Melodie ergänzen. "Die Musik verschafft nur den Musikern selbst Erleichterung. Die Zuhörer empfangen dafür die azyklischen Adrenalingaben." Damit ist fast alles gesagt, nur noch dies: "Junk-Music ist für die Ohren des 21. Jahrhunderts reine Anarchie. Vom Mainstream angeekelt ausgekotzt, von der Kritik weitgehend gemieden. Die Musik aber lebt. Weil niemand genug Macht und Einfluss hat, sie zu verhindern." Was soll ich weiter schreiben, diese Musik verlangt nicht nach Beurteilung, sie zieht ihre Existenzberechtigung ohnehin nur daraus, dass sie überhaupt gemacht werden konnte. Live bestimmt ein Erlebnis. Und garantiert einmalig.
 
Dominik Engel
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