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CD-Review N.I.L.F.I.S.C. Geh! & Echoes To Echelon   CD-Review ::: N.I.L.F.I.S.C. - Geh! & Echoes To Echelon

Review N.I.L.F.I.S.C. - Geh! & Echoes To Echelon  
Review

N.I.L.F.I.S.C.
Geh! & Echoes To Echelon

Avantgarde / Rock
 
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N.I.L.F.I.S.C. habe ich ja bereits in der Besprechung zu ihrem letzten Album "Beatless" vorgestellt, darum möchte ich zum besseren Verständnis dieser Rezension hier einfach auf die damalige Review verweisen.

"GEH!" ist der Schrei einer Frau in Filmszenen (oder auch im richtigen Leben?), wenn der Mann, der sie gerade noch brutal geprügelt hat, plötzlich zu Sinnen kommt und ihr seine liebe beteuert. "GEH!" schreit der kalkweiße Gastgeber im Anblick des Scherbenhaufens, der einmal sein bestes und teuerstes Geschirr darstellte, dem besoffenen besten Freund, der schuldbewusst daneben steht, an. "GEH!" hätte auf dem Plakat gestanden, dass ich vor 2 Jahren an meiner Wohnungstür anbringen hätte sollen, als die beiden sozial vollkommen inkompetenten .......(Hier bitte das schlimmste bekannte Schimpfwort für Personen einsetzen) über mir eingezogen sind. Ja, und "GEH!" schreit einem die neueste CD von N.I.L.F.I.S.C. nicht nur in blauer Schrift auf rotem Hintergrund vom Cover, nein, die vollen gut 46 Minuten sind eine einzige Aufforderung, endlich dem Wunsch des Gastgebers, der diese CD gerade eingelegt hat, nachzukommen. Speziell zusammengestellt wurde die CD für Gastwirte, die zur Sperrstunde auch gerne ihre Lokalität schließen möchten, N.I.L.F.I.S.C. garantiert, dass diese CD zum pünktlichen Feierabend verhilft, falls die Gäste tatsächlich die ganze CD laut gespielt aussitzen, verspricht die Band dem Wirt sein Geld zurück. Hätte ich diese CD bereits vor zwei Jahren erhalten, die beiden ........(hier wieder das Schimpfwort von oben) hätten wohl keine zwei Jahre die gemeinsame Mülltonne mit Einweg-Plastikflaschen vollgestopft, sie hätten nicht jede Woche eine Plastiktüte leerer Wodka-Flaschen durch den Hausflur an den Glascontainer geschleppt, sie hätten mein Auto nicht im Hof eingeparkt, nein, sie wären wahrscheinlich nach dem dritten Tag lautest möglichem "GEH!" in Repeat-Funktion (der größte Vorteil des CD-Players gegenüber dem Plattenspieler) bei vor der Wohnungstür platzierten Lautsprechern freiwillig ausgezogen (ich persönlich wäre in der Zeit natürlich nicht zu Hause gewesen!). Denn die Musik von "GEH!" ist wahrlich schwerer Tobak. Entgegen meiner üblichen Gepflogenheit, zu besprechende CDs mehrfach anzuhören, muss ich hier nach einem Durchgang auch persönlich mal Pause machen und das Gehörte verdauen. Ähnlich wie schon bei "Beatless" gibt es auch auf "GEH!" natürlich richtig geniale musikalische Momente, die nach Amon Düül 2 oder CAN klingen, es gibt aber leider auch wesentlich mehr Momente, die mich an Krautrock-Dilletanten wie Annexus Quam oder an die CAN-Live-Auftritte, die mit 500 Zuschauern begannen und mit leerer Halle endeten, erinnern. Da CAN dies aber bei ihren frühen Auftritten durchaus bezweckten, kann man die CD "GEH!" sogar als in bester CAN’scher Tradition eingespielt betrachten, auch wenn die N.I.L.F.I.S.C.-Musiker einen anderen intellektuellen Background haben (mehr dazu auf der Homepage der Band). Übrigens sind die Zeitangaben im Innencover der CD alle falsch und deshalb wohl teilweise als Drohung (wenn zu lange angegeben) und teilweise als Hinhalte-Taktik ("Mach dich nicht so rum, das Stück ist gleich vorbei!") zu verstehen.

Die zweite neue CD "Echoes To Echelon" ist "den Mitarbeitern des weltweiten Abhörsystems Echolon gewidmet. Sie müssen täglich alle e-mails, Faxe und Mobiltelefonate dieser Welt abhören!" Und aus diesem Grund haben Günther Witzany und Hans Renger überwiegend zu zweit mit Bass und Synthesizer (nur auf einigen Titel sind noch Percussions und Gesang dabei) eine Platte irgendwo zwischen Andreas Vollenweider und dem üblichen N.I.L.F.I.S.C.-Chaos aufgenommen. Dies ist wohl die besthörbarste CD von N.I.L.F.I.S.C., die ich bisher zu Ohren bekam, Fans von Musik-Scharlatanen wie George Winston würden hier bei entsprechender Promotion in ihrem Lieblings Hi-Fi-Magazin bestimmt verzückt die Augen schließen und sich in den natürlich häufig schrägen aber irgendwie doch beruhigenden Soundteppich fallen. Eine ganz und gar untypische N.I.L.F.I.S.C.-Platte. Aber andererseits, gibt es wirklich eine typische N.I.L.F.I.S.C. Platte? Wohl nicht, also ist auch "Echoes To Echelon" nur eine weitere typisch untypische Platte diese Kollektivs. Ich bin gespannt, was noch alles folgt.

Die Platten gibt es ausschließlich bei der Band direkt, mehr dazu auf der Bandpage.
 
Dominik Engel
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Weitere CDs von N.I.L.F.I.S.C.:
> The Beatless


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