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CD-Review Miles Miles   CD-Review ::: Miles - Miles

Review Miles - Miles  
Review

Miles
Miles
V2 / Zomba
erschienen im Mai 2000
Popmusik
 
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Miles besitzen das, was der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seit dem Ende der Siebzigerjahre fast völlig abgeht: Spielwitz und kreative Spieler, die jederzeit den "tödlichen Pass" spielen können, und die im übertragenen Sinne, mit fast schon brasilianischer Ballverliebtheit, ihr Spielfeld – die Popmusik – beackern.
Unzählige rasante Rhythmuswechsel, Melodien für Millionen, komplexe Streicherarrangements, ausladende Gitarrensoli und eine bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Produktion – das neue, schlicht "Miles" betitelte Album wagt den zugegebenermaßen schwierigen Spagat zwischen Indie- und Popmusik im klassischen Sinne.
Die seit der letzten Veröffentlichung ("The Day I Vanished") gereiften Miles stellen auf ihrem neuen Album eine Allstar-Elf auf den Platz, die sich hören lassen kann. Die elf abwechslungsreichen Stücke geraten zu einer Hommage an die großen Erfinder noch größerer Popsongs. Hier spielen sich die Beatles, Abba und die Beach Boys locker die Bälle zu und trotzdem bleibt die Eigenständigkeit, der rote Faden immer vorhanden. Miles' neunzig Minuten teilen sich in zwei unterschiedliche Halbzeiten auf und mutig waren sie nach eigener Auskunft bei der Songauswahl: Die erste Single "Perfect World" und "Disco Queen" wurden gänzlich ohne Gitarre eingespielt und dem Rhythmus wurde ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt.
"Erst der Song, dann der Rhythmus, danach die Melodie." (Tobias Kuhn) oder mit einer alten Fußballweisheit: "Das Runde muss ins Eckige". Und um beim Thema zu bleiben: Was der Platte stellenweise fehlt, sind die viel zitierten "deutschen Tugenden". Manchmal könnte es ruhig etwas kantiger und weniger glatt zugehen: Also bitte mehr Wadenbeißen und ab und zu eine kleine Blutgrätsche für's Ohr!
 
Oliver Hochscheid
> Alle Beiträge von Oliver Hochscheid
 
Weitere CDs von Miles:
> The Day I Vanished


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