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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Matmos - A Chance To Cut Is A Chance To Cure |
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Man schleiche sich unter einem fadenscheinigen Vorwand in einen Operationssaal ein, verstecke den Audiorekorder gekonnt und unauffällig unter dem sterilen Kittel, absorbiere jedes fallende Geräusch und bastele zuhaus im Studio ein Lied draus. So oder so ähnlich dürften die US-Amerikaner Matmos aka Martin Chase Schmidt und Drew Daniel wohl bei den Aufnahmen zu ihrem neuesten Full-Lenght-Album "A Chance To Cut Is A Chance To Cure" vorgegangen sein. In ihre Songs ließen sie Sounds aus den Operationssälen kalifornischer Schönheitskliniken einfließen und es ist keineswegs eine Sinnestäuschung, wenn man während dem einen oder anderen Track Knochen brechen, Skalpelle schlitzen, Fett absaugen und Patienten leise stöhnen hört. Jedenfalls hat das Matmos-Werk die Bezeichnung "Experimental Electronic" wirklich verdient. Selten klang Musik derart utopisch und schräg. Zwar wird der "Knochenbrecher-Sound" streckenweise von eingängigen und gar nicht langweiligen Melodien abgelöst, trotzdem flirrt es zumeist skurril durch die sieben Tracks und bereitet nicht unbedingt eine ohrenfreundliche Atmosphäre. "A Chance To Cut Is A Chance To Cure" ist sicherlich eine wahre Freude für jeden Hobby-Chirurgen und Weißkittel-Liebhaber, für den entspannenden Listening-Abend aber weniger geeignet. Und wer im Club zu Matmos tanzen will, sollte sich zumindest ein nervöses Augenflackern zulegen.
Inga Stumpf
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