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CD-Review Lyn Leon Private Pop   CD-Review ::: Lyn Leon - Private Pop

Review Lyn Leon - Private Pop  
Review

Lyn Leon
Private Pop
SPV
erschienen im November 2005
Jazz / Pop
 
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Bandpage

Eigentlich Carolyn Leonhart. Aus New York. Geehrt bereits mit drei Grammys. Damals noch mit Steely Dan. Respektive Donald Fagen und Walter Becker. Kauzige Schöpfer hochintelligenter Popmusik. Ihr Vater Pianist, der Bruder Trompeter. Das Haus immer von Musik erfüllt.

Auch wenn diese CD schon seit fast einem Jahr veröffentlicht ist, scheut der Rezensent sich nicht vor einer späten Würdigung. Derer sie lange harrte und die ihr daher um so angemessener ist.

Diese Musik ist eine Reise durch eine bizarr-schöne Landschaft in beginnender Dämmerung. Über einer ruhigen, doch sehr dichten klanglichen Atmosphäre formen sich fragile gläserne Tongebilde. Wie ferne Glocken einer versunkenen Stadt. Filigrane Klangskulpturen aus Glas, gespielt auf Instrumenten aus Glas. Manche erst für diese Produktion in einer Glasbläserei entwickelt. Verantwortlich dafür zeichnen ("Wer hat's erfunden?") zwei Schweizer. Die Perkussionisten Stephan Diethelm und Matthias Eser kreieren hier eine fürwahr außergewöhnliche Musik. Hart wie Glas und ebenso zerbrechlich. Auch die Bässe werden gespielt von Zweien: Wolfgang Zwiauer und Marco Blöchinger. Verstärkt werden die in der Grundstimmung sehr perkussiven Kompositionen noch zusätzlich durch den Schlagzeuger Kaspar Rast.

Über all dem die Stimme von Carolyn Leonhart. Vom Jazz kommend tauscht sie hier leichten Swing gegen fordernde Eindringlichkeit. In den verhaltenen wie auch in den treibenden Stücken. Ihre Lieder sind Bildern gleich. "Lonely Room", "The Ride", "Tomorrow" sind Titel, die die Lyrik der Texte auf das Wesentliche komprimieren. Die Konzentration liegt im Moment. Der durch den Gesang wieder zur Geschichte wird.

"Private Pop" ist Musik, die nicht anhaftet. Allenfalls fragmentarisch verweilt und genauso schnell verschwindet, wie sie gekommen ist. Aber gerade deshalb immer wieder gehört werden will. "Private Pop" ist eine Einladung, sich von zerbrechlicher Flüchtigkeit berühren zu lassen.
 
Ärnst Stänkowskie
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