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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Lupine Howl - The Bar At The End Of The World |
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Die drei Wolfsheuler sind eindeutig zu spät geboren - oder wären am liebsten gar nicht auf dieser Welt. Denn auf "The Bar At The End Of The World" greifen sie tief in die Rockbestände der endenden 1960er und beginnenden 1970er Jahre zurück. Die ehemaligen Spiritualized-Musiker Sean Cook (voc, bass, key, git), Mike Mooney (electric git, acoustic git, key) und Jon Mattock (drums, perc) vergraben sich in psychedelischen Balladen, die nur ab und zu von rockigen Gitarrengewittern aufgerissen werden ("A Grave To You", "The Pursuit Of Pleasure"). Sie haben The Doors, Jefferson Airplane und Pink Floyd internalisiert ("Don’t Lose Your Head") und sich teilweise wohl auch noch von ruhigeren, intensiven Stücken des frühen David Bowie beeinflussen lassen ("Can You Forgive Me?"). Brüder im Geiste sind sie allemal, denn genau in diesen Jahren damals war der Rückzug aus der enttäuschenden Realität, die die Hippies genauso wenig wie die politisierte APO revolutionär haben verändern können, für viele neue Bands Programm: Psychedelic war ein Zauberwort, das die Flucht in eigene innere Phantasielandschaften und damit die Betäubung und Abkehr von der äußeren frustrierenden Lebenswelt versprach. Genau diesen Eskapismus versuchen Lupine Howl mit schwebenden Klangbildern aus sanften Gitarren, unwirklichen Echos und einer leidenden, melancholischen bis depressiven Grundstimmung, die bis in die Todessehnsucht weist. Den Nimbus des Dunklen, Morbiden, Unheimlichen, Surrealen konnten sie 2001 auf ihrem Erstling "The Carnivorous Lunar Activities Of Lupine Howl" konstituieren. Mit der "Bar At The End Of The World" bauen Lupine Howl ihr Terrain aus. Überall ist die Gruft nicht fern: Die Singstimme scheint mit ihrem Hall-Effekt genau von dort zu kommen, dazu der Einsatz des leidvollsten Instrumentes überhaupt, der Violine ("The Pursuit Of Pleasure"), Titel wie "A Grave To Go To", auf dem Cover ein Kind, das ein Grab vor einer düsteren, toten Wüstenlandschaft schaufelt, und der Albumname - das passt stimmig ins Konzept der gruselig-psychedelischen Balladen-Rocksongs, den Lupine Howl atmosphärisch dicht und suggestiv wie einen Trip in die eigenen Abgründe aufbereiten.
Thorsten Schatz
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