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CD-Review Kylie Minogue Fever   CD-Review ::: Kylie Minogue - Fever

Review Kylie Minogue - Fever  
Review

Kylie Minogue
Fever
Parlaphone / EMI

Pop
 
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Kylie - La La La (Buch)

Als Musikredakteur genieße ich gewisse Vorteile. Vorteil Nummer eins: Ich besitze mehr als genug Alternativen zu diesem Album und werde es nie wieder hören müssen. Vorteil Nummer zwei: Die Halbwertszeit bestimmter Platten bestimmen ich und meine Kollegen mit und im Bereich Mainstream Pop haben wir es immer verdammt eilig. Warum denn bloß? Weil diese Musik hundertfach auf unseren Schreibtischen landet und normalerweise so austauschbar ist, wie die Wahl des Lieblings-Spülschwamms. Was nicht heißt, dass Kylie mit "Fever" eine schlechte Platte gemacht hat. Beileibe nicht. Nur: Knapp drei Wochen nach Erscheinen interessiert es doch kaum noch jemanden.
Ich hatte Urlaub - tödlich in diesem Geschäft. Nicht für mich. Aber für das Interesse einer bestimmten Klientel an einer bestimmten Platte. Was nun? Kann ich Kylie's "Fever" noch mal entflammen? Darf ich das überhaupt? Sollen wir uns nicht lieber darüber freuen, dass das Fieber zurückgegangen ist und es der Künstlerin nach der ganzen Aufregung wieder etwas besser geht? Gott sei Dank bin ich mein eigener Chef und kann alle Fragen selbst beantworten: Vielleicht. Ja. Nein.
Gründe für mein Verhalten? Bitteschön: Zum Ersten finde ich, dass "Fever" ein gelungenes Comeback einer Künstlerin darstellt, die wohl nicht nur ich im tiefen Inneren bereits als Auslaufmodell betrachtet haben. "Fever" belehrt uns eines Besseren. Zum Zweiten denke ich, dass Minogue's Status in der Popmusik immer im Schatten von Madonna etwas unterbewertet wurde. Jetzt, vielleicht schon zu spät, aber besser als nie, tritt sie aus dem Schatten heraus und meldet nach dem selbsternannten Rückzug der Queen of Pop, Führungsansprüche an. Wer kann sie ihr streitig machen? Erst einmal nur sie selbst. Und genau da liegt zum Dritten. Denn mit "Fever" beweist Kylie, dass sie in der Lage ist, ihre Führungsansprüche durch zeitgemäße, clever arrangierte und gefällige Popsongs zu untermauern. Nicht nur der Hit "Can't Get You Out Of My Head" geht auf "Fever" ins Ohr. Auch "Burning Up", "Love At First Sight" oder "More More More" haben das Zeug, die Massen sowohl im Radio, als auch auf dem Dancefloor zu begeistern. Kylie bringt selbst eingefleischte Rock'n'Roller zum Fußwippen und ringt ihnen Anerkennung ab.
Bleibt die Rückschau auf zuerst genanntes. Ich werde diese Platte niemals wieder hören müssen. Denn ihre Songs werden noch lange im Radio zu hören sein. Müssen. Und als Musikredakteur genieße ich auch gewisse Nachteile: Ich darf manche Platten nie wieder hören. Sitze bereits an der nächsten Rezension. Wer braucht schon Urlaub?
 
Ralph Buchbender
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