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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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  37.9% |
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| eine andere |
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  20.7% |
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| Hamburg |
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  17.2% |
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| Köln |
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  17.2% |
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  6.9% |
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CD-Review ::: José Padilla - Navigator |
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Sonntag, 15:21 Uhr. Schwüle, drückende Hitze. Jede Bewegung ist zuviel. Beim bloßen Gedanken an Bewegung gerät man schon ins Schwitzen und wo zum Teufel ist das verdammte Handy, das schon seit einer nervigen halben Minute klingelt? Da! Ein Druck auf die richtige Taste: "Ja halloo, ich bin's" flötet eine mir bekannte Frauenstimme. "Es ist Sonntag, wir sind am Baggersee und warten auf dich. Wir machen uns einen netten Abend mit Grillen und Chillen und so! Ach ja, bring' du doch bitte noch Musik mit, ja? Bis gleich, Küsschen und ciao!" Na, das klingt doch mal gut. Die letzte Nacht hängt noch wie Blei in den Knochen. Zuviel Rotwein, zuviel geraucht und überhaupt zuviel von all dem, wovor uns unsere Eltern gewarnt haben. Haben sie das wirklich? Egal. Kopfschmerzen hab ich jetzt trotzdem... Also auf zum Baggersee – entschleunigen! Aber vorher auf jeden Fall noch die richtige CD einpacken. Ach ja, die richtige CD. Was um Himmels Willen ist denn bloß der ultimative Soundtrack für den zu erwartenden Abend? Also mal die Situation scannen: Baggersee, mit Freunden abhängen, ein paar Bier trinken, kiffen, vielleicht wild rumknutschen und dann zum krönenden Abschluss des Tages einen wahnsinnigen, wahrscheinlich extrem romantischen Zeitlupen-Sonnenuntergang genießen? Zu einem solchen Anlass tut's ja wohl keine der üblichen ChillOut-CDs. Eine von denen, die man schon tausendmal auf irgendwelchen Studenten-Parties über sich hat ergehen lassen müssen oder die einen durch trostlos verkiffte Winterabende begleitet haben. Ich will meine Freunde ja nicht langweilen, sondern sie musikalisch wohl behütet ins Land der Träume begleiten... Über meine Überlegungen bin ich wohl wieder eingeschlafen, was ich allerdings erst feststelle, als mich das Handy zum zweiten Mal an diesem Tag aus dem Schlaf reißt. "Wo bleibst du, Mann?" Es ist mittlerweile nach 19:00 Uhr und die Musikfrage noch immer nicht geklärt. Die Mission lautet also sorgsam die nach alphabetischen, farblichen und stilistischen Attributen sortierte Musiksammlung zu durchforsten. Puh. Kid Loco, Kruder und Dorfmeister, Thievery Corporation, ... mmh. Alles nicht schlecht, aber für diesen Abend? Hey, erstmal 'ne Tüte bauen! Runterkommen. Und ganz stressfrei die richtige Musik für die richtige Location auswählen. Ja Mann, das ist doch so wichtig! An meinem inneren Auge ziehen Strände vorbei, Möwen kreischen leise, in der Ferne ein paar Fischerboote, Palmen, ein warmer Wind weht durch das nasse Haar. Ich war noch nie auf Ibiza, aber so könnte es sich anfühlen am legendären Café del Mar. Ja! So muss es sein. Was an diesem Tagtraum stört, ist nur dieses blöde stupide Piepen. Piep. Piep. Oh Gott. Das Handy. Die Frauenstimme flötet nicht mehr, sie klingt jetzt böse und enttäuscht. "Na toll, wir haben schon nach elf, der Abend ist gelaufen. Und du? Hängst wohl wieder total stoned vor der Glotze?" Ich stammele ein paar Entschuldigungen in den Hörer, aber da hört wohl schon keiner mehr zu... Aus den Lautsprecherboxen meiner Anlage säuselt sanft "Navigator", die großartige neue CD von José Padilla. Sie läuft schon seit Stunden auf Repeat. Ich ändere nichts daran. Morgen ist Montag, aber der ist noch weit weg. Und Ibiza so nah.
Anm.: José Padilla ist der König des ChillOuts und des Downbeats. Seit den Siebzigerjahren ist der Spanier als DJ unterwegs. Von 1993 an war er verantwortlich für die Zusammenstellung der erfolgreichen "Café del Mar"-Compilations.
Oliver Hochscheid
> Alle Beiträge von Oliver Hochscheid
Weitere CDs von José Padilla:
> El Sueño De Ibiza
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