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CD-Review ::: Jamaaladeen Tacuma - Groove 2000 |
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Pro: Seit Mitte der Siebziger zählt Jamaaldeen Tacuma zu den stilprägenden E-Bassisten des Funk. Etwa zeitgleich mit Bill Laswell entwickelte er eine musikalische Spielart, die einerseits groovy, andererseits rhythmisch völlig frei war. Während seine Arbeit im Kollektiv mit der Ornette-Coleman-Band Prime Time stets einen genialen und begeisternden Sound zu Tage förderte, wartete seine Solokarriere eher mit gemischten Ergebnissen auf. Inspirierte Sounds trafen auf klischeehafte und fade Dudeleien und machten es Jamaaldeen Tacuma nicht leicht, seinem Ruf als großartiger Bassist gerecht zu bleiben. Mit "Groove 2000" wagt der werte Herr nun ein neues Spiel - und die Rechnung scheint aufzugehen. Zwar hat der Sound für's Jahrtausend mindestens ein Jahr Verspätung und wurde in Japan sogar bereits 1998 veröffentlicht, doch all das tut der Laziness keinen Abbruch. Eine Vielzahl hochkarätiger Gäste finden sich auf dem Album ein, darunter unter anderem Zachary Breaux an der Gitarre und Grover Washington Jr. am Saxophon. Die Raps auf "Groove 2000" stammen ausnahmslos von Black Thought und Malik B, ihres Zeichens Frontmänner der Roots. Fazit: Smoothe Grooves, smoothe Lyrics - wer nicht allzu sehr auf Aktualität versessen, sondern bekennender Hip-Funk-Jazzer ist, wird seine helle Freude habe. Entspannte Black-Music für laue Sommerabende mit der oder dem Liebsten im Arm. Inga Stumpf
Contra: Nach drei Jahren findet dieses ursprünglich in Japan veröffentlichte Werk also auch den Weg in Deutsche Gefilde, was auch den Titel "Groove 2000" erklären dürfte. Der begnadete Ornette Coleman-Bassist Jamaaldeen Tacuma bewegt sich auf ähnlichen Pfaden wie Steve Coleman, der Sohn von Ornette. Dieser, bekannt durch seine Zugehörigkeit zur New Yorker M-Base Scene, vermischt bereits länger Jazz- und Rap-Einflüsse. Um sich herum versammelt Jamaaldeen bekannte und talentierte Leute, wie unter anderem den Saxophonisten Groover Washington Jr., sowie die Rapper YZ (hat auch gerade ein neues Album am Start, mit der superfetten Auskopplung "Everything" feat. Joe), Black Thought und Malik B von den Roots. Ich habe immer so meine Probleme mit Crossover-Geschichten. Sie sind halt nichts Halbes und nichts Ganzes. Musikalisch überwiegt hier eindeutig der Funk mit klarem Hang zum Jazz. Darüber wird dann gerappt. Tja, wen macht das wirklich glücklich ? Zwischendurch gibt es dann noch Bass-Soli als eigenständige Stücke. Bei einem Konzert immer gern gesehen, auf einem Album bleibt da ein fader Beigeschmack. Ich finde sowieso, dass sich solche Projekte für ein Club-Konzert super eignen, auf CD gepresst aber ihren Reiz verlieren. Ich respektiere selbstverständlich die virtuose Spielweise des Meisters und seiner Mitstreiter, und auch die Songs sind nicht von schlechten Eltern, aber so der Hammer ist es einfach nicht. Mir ist auch bewusst, dass ohne Leute wie Jamaaldeen Tacuma die Black Music-Szene nicht das wäre, was sie jetzt ist, aber mit z.B. Dr. Dre als Produzenten könnten ähnliche Projekte eher zum Hit werden. Natürlich ist auch der Veröffentlichungszeitpunkt hier in Europa viel zu spät, daher klingt das Album auch alles andere als zeitgemäß. Wer allerdings auf Jazz steht und nichts gegen Rap hat, sollte die Scheibe mal antesten. "Der Heilige Thöm"
Inga Stumpf
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