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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Isaac Hayes - At Wattstax |
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Die Renaissance des Kettenhemdes beginnt hier und jetzt.
Ich habe noch niemals jemanden gesehen, der in diesem Outfit so extrem souverän und nicht S/M-mäßig rüberkommt. Und wenn man das Cover aufklappt kommt auch noch die bis dahin fetteste Goldkette zum Vorschein. Protzigere gab es wohl nur im Streifen "I'm Gonna Git You Sucka`".
Die Musik auf dieser CD wurde aufgezeichnet beim '72er Wattstax-Festival. Sämtliche Stax-Künstler haben sich zu diesem Zweck nach L.A. begeben, um im dortigen Coliseum eine Art funky Woodstock zu veranstalten. 112.000 Leute haben sich zu dieser Party eingefunden.
Ich habe mal eine Sendung auf Arte gesehen, die sich "The Story of Stax" nannte, bei der sie diverse Ausschnitte aus diesem Konzert gezeigt haben. Unter anderem eine Szene, als Rufus Thomas seinen Song "Funky Chicken" spielte und die Textzeile "Get down here and do the funky chicken" intonierte. Sämtliche Zuschauer zwischen 8-80 Jahren nahmen es wörtlich und durchbrachen die Absperrungen zum Innenraum um friedlich den "Funky Chicken" zu tanzen. Da läuft es einem eiskalt den Rücken runter.
Einen musikalischen Zusammenschnitt davon gibt es auf der CD "Wattstax: The Living Word". Hier ist jetzt zum erstmalig der Auftritt von Isaac Hayes komplett dokumentiert. Leider konnte er bei einer Auftrittslänge von 60 Minuten nur einen Bruchteil seines Schaffens aufführen. Deswegen kann hier nicht unbedingt von einem "Greatest Hits"-Album gesprochen werden, obwohl er schon mit dem ersten Song, "Shaft", seinen wohl bekanntesten Titel vorträgt. Dann kommt, dem gleichen LongPlayer entnommen, der Track "Soulsville". Die Stimmung im Publikum ist mittlerweile genauso gigantisch wie bei mir im Wohnzimmer. Und es wird noch besser. Eine absolut fantastische Version von "Never Can Say Goodbye" lässt einen ungeahnte Glücksgefühle erleben. Leider sind vom nächsten Stück, "Part Time Love" die Gesangspuren verschwunden, so dass man "nur" die Instrumental-Version genießen kann. Sofort entschädigt wird man durch "Your Love Is So Doggone Good", eines meiner vielen Lieblingsstücke von Isaac, in einer wunderbaren Interpretation.
Das bereits auf der oben erwähnten Compilation erschienende Medley, der Bill Withers/Ray Charles-Klassiker, "Ain't No Sunshine/Lonely Avenue", wird zu einer galaktischen 17-minütigen Reise, die man nicht so schnell vergisst. Es folgen noch "I Stand Accused" und das Finale "Rev. Jesse Jackson/Jimmy Jones: 'If I Had A Hammer'", dann ist alles vorbei... leider!
Perfekt wäre es, dieses Ereignis mit einer entsprechenden DVD zu würdigen, damit alle Generationen stets und ständig Zugriff darauf haben.
Der Heilige Thöm
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