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CD-Review In Extremo Verehrt Und Angespien   CD-Review ::: In Extremo - Verehrt Und Angespien

Review In Extremo - Verehrt Und Angespien  
Review

In Extremo
Verehrt Und Angespien
Megalux / COP / Universal

Mittelalter-Metal
 
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Wie ein Sturmwind fegten In Extremo vor ungefähr zwei Jahren durch die Metal- und Folk-Szene. Mit ihrer eher aus einer Laune entwachsenen Mischung aus knallharten Gitarren-Sounds und Dudelsäcken erweiterten sie mit martialischer Härte in kürzester Zeit ein Genre, das bis dahin von den Berlinern Subway To Sally in seliger Alleinherrschaft regiert wurde. "Weckt die Toten", das Album, das diesen Wendepunkt markierte, war der erste Meilenstein, wurde aber fast im gleichen Atemzug mit dem akustischen, mittelalterlichen Gauklerstück "Die Verrückten Sind In Der Stadt" wieder in Frage gestellt (oder ergänzt?).
Mit "Verehrt Und Angespien" vereinigen sie die Tugenden beider Vorgänger, sind einerseits beinharte Metaller und andererseits musikalische Archäologen. Sie nun allerdings im Folk anzusiedeln, wäre verfehlt, der gemeinsame Tenor liegt erwartungsgemäß im Schwermetall. Die Gewürze allerdings stammen aus der Vergangenheit, Dudelsack, Harfe, Zyster und Schallmei bestimmen die Sounds, Gitarre, Baß und Schlagzeug den Groove, das heisere Organ des Letzten Einhorns den Erzählstil.
Insgesamt arbeiten sie mehr mit Dynamik, die leisen Stellen ihrer Stücke sind wirklich leise und die Kracher heben entsprechend die Boxen aus dem Regal. Die Titel scheinen mit spitzer Feder arrangiert und die einzelnen Sounds haben mehr Raum als noch auf "Weckt die Toten". Daß sie dabei auch hier wieder Tanzflächen-Füller und reichlich Ohrwürmer, oder Hymnen unterbringen, wird sich aber nicht nur in den Charts-Notierungen niederschlagen, sondern "Verehrt Und Angespien" zum dauerhaften Kult-Album der wachsenden Szene machen.
In Extremo haben wieder bewiesen, daß sie nicht nur ein Strohfeuer entfacht haben, sondern treten zu recht selbstbewußt den Weg nach vorne an. Sie sind besser, wo sie eh schon gut waren, und trauen sich mittlerweile auch an die Klassiker angrenzender Genres heran: Die altschwedischen "Vänner Och Frände" und "Herr Mannelig", die Folkfreunde beispielsweise von Hoven Droven oder Garmarna kennen, und das immer noch unvergessene "This Corrosion" der Sisters (Of Mercy), das dem Gothic zeitweise den Weg in die Charts öffnete.
Ein tolles Album, eine unglaublich vielseitige Band und wieder ein Meilenstein - wo soll das noch enden?
 
Dirk Jessewitsch
> Alle Beiträge von Dirk Jessewitsch
 
Weitere CDs von In Extremo:
> Sünder ohne Zügel
> Die Verrückten Sind In Der Stadt
> Weckt Die Toten!


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