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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Hubert von Goisern - Gombe |
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Als Hubert von Goisern sich '94-'95 mit "Wia die Zeit vergeht..." von den Alpinkatzen und einem enorm gewachsenen Publikum verabschiedete, ging ein fast schon zorniges Raunen durch die Medienlandschaft. Kurz vor dem sicheren und dauerhaften Karriere-Erfolg richtete sich hier ein Mensch vorsätzlich zugrunde und begab sich, alle Prinzipien der Industrie- und Mehrwertgesellschaft über Bord werfend, auf die Suche nach sich selbst.
Nicht viele verstanden diesen Schritt, und auch nach "Gombe" und "Inexil" wird sich der Bruch nicht allen erschließen. Mit gleich zwei neuen Alben, sozusagen dem Reisegepäck aus vier Jahren Abwesenheit, eröffnet sich allerdings zumindest die Möglichkeit für ein Verstehen. Denn was er da mitgebracht hat, spricht für sich und erreicht, freilich in einem neuen Metier, den gewohnten, hohen Standard.
Sortierte man Goiserns Musik früher unter "volkstümlich", zeigt er sich mit beiden neuen Alben als Weltmusiker, relativiert auch den Rückblick auf seinen "Alpenrock" und macht eins klar: Was ihn interessiert, ist nicht in erster Linie die Form, sondern vor allem der Inhalt.
Aufbauend auf der Vertonung einer Dokumentation über Jane Goodall, einer in Afrika lebenden Forscherin, die sich vorwiegend mit Schimpansen beschäftigte, jahrelang sogar unter ihnen lebte, erwachte seine Reise- und Abenteuerlust. Er fuhr an den Tanganjika-See nach Tanzania, zeichnete die Geräusche der Umgebung, verschiedene Chöre, eine Reihe von Musikern und sogar ein Affenmännchen auf und begann mit der Arbeit an "Gombe". Wieder in Salzburg angekommen wurde aus dem geplanten Soundtrack allerdings ein ganzes Album und das vermittelt dem, der zuhört, nicht nur Einblicke in die Reise, sondern auch seine Sicht des Lebens.
Zwischen original belassenen Aufnahmen, einem Mix afrikanischer Kultur mit westlichen, elektronischen Ideen und schmalen alpenländischen Zutaten macht er seine Reise nachvollziehbar. Er erschließt eine Welt, in der auch die Kleinigkeiten wieder Gewicht haben und die deutlich ruhiger und friedlicher ist, als man das vom westlichen Musik-Zirkus her kennt. Hubert von Goisern ist wiederzuerkennen, spätestens mit dem einführenden Jodler, aber zusammen mit den Königstrommlern von Kasulu, dem Kingoma Kinderchor und vielen andern Musikern haben sich auch in die eigenen Kompositionen Weite und Ruhe eingeschlichen, in der auch die kleinen und leisen Töne zählen... und eine Reise findet doch im Kopf statt.
Dirk Jessewitsch
> Alle Beiträge von Dirk Jessewitsch
Weitere CDs von Hubert von Goisern:
> Iwasig > Inexil > Schlafes Bruder > Live - Wia Die Zeit vergeht
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