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CD-Review ::: Garmarna - Guds Spelemän |
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Manchmal gibt es Platten, gegen die ich mich nicht anders wehren kann, als sie zu besprechen. Der Sound und die Arrangements stimmen, verschiedenste Einflüsse schaffen Abwechslung, die Melodien gehen mir nicht mehr aus dem Kopf und immer wieder findet der kleine Silberling den Weg in den Player - ist einfach faszinierend.
"Guds Spelemän" ist solch ein Album. Seit dem ersten Hören ging mir ein Titel der Schweden ("Vänner och Fränder") in den Ohren herum und anstatt mich mit der üblichen CD-Flut zu beschäftigen, mußte immer wieder Garmarna laufen. Wenn man das über mehrere Tage durchhält, kann es einfach keinen Zweifel mehr geben: Das Album wird in Zukunft zu meinen Alltime-Favorites gerechnet.
Gewöhnungsbedürftig, aber nicht ohne eine gehörige Portion Charme, fällt zuerst die Sprache auf, denn Emma Härdelin singt vorwiegend schwedische Balladen. Hervorragend von ihren Mit-Musikern in Szene gesetzt sind das oft augenzwinkernde oder sogar frivole Geschichten, die das Auge ans auch übersetzte Booklet heften, und die 50 Minuten wie im Flug enteilen lassen.
Ähnlich wie z.B. Susan McKeown dem gälischen Folk rücken die fünf altem nordischen Liedgut mit traditionellem Instrumentarium, aber auch Schlagzeug, elektrifizierten Vier-Saitern und Samplern zu Leibe. Drehleier, Gitarre, Violine oder auch schonmal die Maultrommel schaffen neben den verschiedensten Chören eine melodiöse Grundlage. Schlagzeug, Perkussion und Baß umspielen ungeheuer rhythmisch diese vielschichtige Melange und über allem erklingt die faszinierend klare Stimme Härdelins. Stellenweise erinnern die Schweden damit an Subway To Sally in ihren gemessen Momenten und genau wie bei den Ostdeutschen schafft auch hier eine dominierende Gesangsstimme den hohen Wiedererkennungswert. Hier singt Emma Härdelin eine beinahe beiläufig Altstimme, erzählt fast, geht da in gemäßigte Sopran-Höhen, um im nächsten Augenblick alles aus ihrem glockenklaren Gesang herauszuholen. Ungeheuer präzise rollen die "Rs" und selbst schnellste, fast hastige Texte erreichen bei ihr die markante Genauigkeit preußischer Marschordnungen.
Zusammen mit der fast mystisch klingenden Musik hat Emma Härdelin die Macht uns aus dieser Welt in die archaischen Mythen des Nordens zu entführen. Und mag das auch hier und da etwas schwermütig klingen, an Unterhaltungswert ist "Guds Spelemän" zumindest in diesem Genre kaum zu übertreffen.
Dirk Jessewitsch
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