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CD-Review Gabin Dabiré Kontômè   CD-Review ::: Gabin Dabiré - Kontômè

Review Gabin Dabiré - Kontômè  
Review

Gabin Dabiré
Kontômè
Amiata / Intuition

Burkina Faso / Italy
 
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Zwei Jahre war sie schon angekündigt, die neue CD von Gabin Dabiré. Oft hatte ich nachgefragt, immer wieder wurde ich vertröstet, im Studio sei was schiefgegangen, die Bänder seien verlorengegangen, in Italien sei so etwas nicht immer einfach.
Durch Freunde von dort wurde ich vor einigen Jahren auf ihn aufmerksam gemacht: Da lebt ein Afrikaner schon viele Jahre bei Sienna in der Toskana, gibt hin und wieder kleine Konzerte, mehr so im Freundeskreis. Seine Zuhörer schwärmen - auch von der Musik- vor allem aber von jemandem, der sie als Mensch zutiefst beeindruckt hat, dessen Wärme und Ausgeglichenheit sie angesteckt und ihrem Dasein einen weiteren Sinn gegeben hat. 1997 trat er zum ersten Mal in Deutschland beim Talklänge-Festival in Wuppertal auf und eroberte sofort die Herzen des Publikums (Uli Armbruster war Geschäftsführer und Booker des Festivals, und die häufigen WDR-Einsätze eines Mitschnittes gaben seiner Einladung mehr als recht. Red.). Am nächsten Tag fiel kurzfristig der Star Khaled wegen Krankheit aus und Gabin bot sich als Ersatz an. Die Freude und der Applaus bei seinem erneuten Auftritt nahmen kein Ende und lautes Donnergrollen kündigte ein starkes Gewitter an - mit souveräner Musik hat allein er es vorbeigelenkt. Glücklicherweise hat der WDR die Konzerte mitgeschnitten und damals eine eigene Sendung über ihn gebracht, denn seitdem hat man leider hierzulande nichts mehr von ihm gehört.
Nun ist sie also erschienen, seine dritte CD. Ihr Titel "Kontômè" meint die kleinen Sinnbilder für Gottheiten, wie sie auf jedem häuslichen Altar in Burkina Faso zu finden sind. Scheinbar tote Dinge, die der Familie und dem ganzen Stamm mit ihrer Spiritualität den Weg durchs irdische Dasein zeigen. Eine solche Reihe von Kleinodien ist hier in Klänge übertragen zu hören, sehr sehr sorgfältig und sparsam in gefühlvolle Stücke umgesetzt. Mit Unterstützung seines Bruders Paul, Stimme und außergewöhnlicher Percussion - ebenso einfühlsam und dezent akzentuiert er die Rhythmen -, sowie zahlreichen italienischen Freunden. Doch egal, ob allein mit einer Gitarre oder im großen Arrangement: Er hat eine Stimme, die man nicht mehr vergißt. Tief, rauh, durchdringend - mächtig. Weniger künstlerisch ausgebildet, eher ein Träger von Botschaften, die auch ohne Verständnis seiner Worte auskommen müssen. Wenn ein Sänger wirklich nur sein Anliegen vermitteln will, kann er seine volle Kraft entfalten und keiner kommt auf die Idee, man verstünde ihn nicht.
"In Burkina Faso braucht der Mensch Musik genauso zum Leben wie Essen und Trinken." Um solche Bedürfnisse zu stillen, hat dortige Musik eine ähnliche Vielfalt wie Nahrung.
Produziert wurde dieses Kleinod von Matteo Silva und veröffentlicht bei Amiata Records. Benannt nach dem höchsten Berg in der Toskana und wahrscheinlich in New York bekannter als hierzulande zeichnet sich diese kleine aber feine Label durch ausgefallene und liebevoll ausgewählte Produktionen weltweit anerkannter Musiker/Innen aus.
 
Michel Langfermann
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