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CD-Review Freddie Hubbard Keystone Bop: Sunday Night   CD-Review ::: Freddie Hubbard - Keystone Bop: Sunday Night

Review Freddie Hubbard - Keystone Bop: Sunday Night  
Review

Freddie Hubbard
Keystone Bop: Sunday Night
ZYX
erschienen im Mai 2002
Bebop / Hardbop
 
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Um gute Musik zu hören, ging man in San Francisco gerne mal in das "Keystone Korner". Im übrigen waren die Läden mit feiner ausländischer Küche nicht weit entfernt. Und auch die Polizei befand sich gleich um die Ecke. Aber all das war einmal. Mit dem "Keystone" gehört ein weiterer bemerkenswerter Jazzkeller der Vergangenheit an.
Man war also da, um diese wirklich gute Musik zu hören. So auch am 29. November 1981, an dem das Verlangen nach Klasse, wie auch an den beiden vorherigen Abenden, bestens bedient wurde. Dreimal hintereinander stand ein Sextett auf der Bühne aus zu beiden Teilen schon älteren Hasen und noch weitgehend unbekannten, aber vielversprechenden Neulingen. Initiator der Sessions war Trompeter Freddie Hubbard. Für den war es, nachdem er in den Jahren zuvor reichlich Fusion gespielt und auch im Pop gewildert hatte, an der Zeit, mal wieder ein reines Jazz-Album aufzunehmen.
Was lag näher, als die Jungs anzurufen, mit denen er schon reichlich gemeinsame Spielerfahrung verband? Bobby Hutcherson, Free- und Rock-Jazz erfahrener Vibraphonist und Joe Henderson, dessen Coltrane-geprägter Ton auf dem Tenorsaxophon als einer der schwärzesten gilt, lebten sowieso in San Francisco, und so standen die drei Headliner fest. Daneben behauptete sich Hubbards damalige Rhythmusgruppe mit Billy Childs am Piano, Larry Klein, Bass und am Schlagzeug Steve Houghton durchaus ebenbürtig.
Obwohl an drei aufeinanderfolgenden Abenden gespielt wurde, sind auf dieser CD nur Stücke vom sonntäglichen Konzert zu hören. Es war der Abend, an dem die sechs sich im Zusammenspiel auf höchstem Niveau gefunden hatten. Ein Endspiel der musikalischen Höhenflüge. "Keystone Bop" ist eine energiegeladene Einspielung mit viel Tempo und reichlich Raum für furiose Einzelimprovisationen.
Ausgewählt sind drei Eigenkompositionen von Freddie Hubbard, eine Komposition von Bobby Hutcherson und der Klassiker "Body And Soul"; allesamt langminütige, aber keineswegs langweilige Stücke.
Wohin die Reise geht, wird gleich schon bei den ersten Tönen deutlich: beispielhaft für Hubbards Rückkehr zu seinen Bop-Wurzeln ist die Kompostion "Birdlike", die nicht nur im Titel Charlie Parker zitiert.
Hutchersons Komposition "The Littlest One Of All" ist das kürzeste Stück und unterscheidet sich von den schnellen anderen nicht nur in seiner fast schon bedächtig zu nennenden Spielweise, sondern zollt auch Hutchersons in den Achtzigern beginnende Hinwendung zum Klassizismus Tribut. Der musikalischen Grundlinie des Bop verpflichtet, ist es dennoch das insgesamt am melodiösesten swingende Stück.
Den Ausklang bildet "Body And Soul", das mit einem unbegleiteten Hubbard-Solo beginnt und im weiteren Zusammenspiel dem Titel gerecht wird, indem es Vitalität und Seele im Spiel vereint.
Wer Jazz gerne als Katzenmusik abqualifiziert, hat hier mal wieder reichlich Gelegenheit dazu. Be- und Hardbop Freunde allerdings werden auf das Feinste versorgt.
 
Ärnst Stänkowskie
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