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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Frank Zander - Rabenschwarz |
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Einst machte er den schwarzen Humor in der Musik-Szene hoffähig und seine makaberen Texte waren Labsal für alle Leidenden, die sich bis dato mit den musikalischen Ergüssen der ZDF-Hitparade herumschlagen mussten. Das war in den Siebzigerjahren, brachte jede Menge Spaß und kam prima an. Dann schrieb er ein Geburtstaglied, ließ es auf doppelter Geschwindigkeit abspielen, gab dem Projekt den Namen Fred Sonnenschein und seine Freunde und räumte, auch in finanzieller Hinsicht, endlich ab. Abermals eine Dekade weiter war es dann der skurrile Kurt, der die Radiolandschaft unsicher machte.Egal ob "Cpt. Starlight" oder "Marlene", ob "Der Ur-Ur-Enkel Von Frankenstein" oder "Oh, Susi": Frank Zander hat in den vergangenen Jahrzehnten unüberhörbare Spuren hinterlassen und erlangte mit seinen Songs eindeutigen Kultstatus.
Nach längerem Schweigen hat er sich nun scheinbar seiner Ursprünge erinnert und mit "Rabenschwarz" eine CD auf den Markt gebracht, die an die oben beschriebenen Anfänge anknüpfen soll. Leider ist, außer guter Absicht, nicht viel hörenswertes dabei rausgekommen, denn für die Scheibe entwickelte er ein Rezept, das nur bedingt zu einem guten Ergebnis führen konnte. Aus der Schreckenskammer der deutschen Schlager-Geschichte suchte er sich eine Handvoll Schlager-Perlen heraus, verpasste ihnen ein musikalisch düsteres Arrangement und sang diese mit seiner tiefen, morbiden Grabesstimme nach. So können sich dann Roland Kaiser ("Dich Zu Lieben"), Gunter Gabriel ("Komm Unter Meine Decke"), Peter Maffay ("So Bist Du"), Udo Jürgens ("17 Jahr, Blondes Haar") und einige andere Kollegen aus der Branche, ihre hinterhältigen Ohren-Attacken von einst als verkorkste Rammstein-Versionen anhören. Denn mehr ist dabei nicht herausgekommen und das macht Rabenschwarz so schlecht. Hier kann Stück für Stück verfolgt werden, wie eine ursprünglich gute Idee regelrecht plattgewalzt und gnadenlos abgenudelt wird. Schlimmer wird alles noch dadurch, dass Zander sein Gespür für makabre, schwarze Texte tatsächlich ja noch gar nicht verloren hat. Mit Eigenkompositionen wie "Nachbar" oder dem Sketch "Bratwurst" erreicht er spielerisch die alte Klasse - das aber ist zu wenig.
Frank Zanders neue CD ist nicht unterhaltsam oder lustig, sondern einfach nur traurig. Für die weitere Zukunft sehe ich hier rabenschwarz.
Norbert Striemann
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