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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Fermin Muguruza - In-komunikazioa |
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Der baskische Musiker Fermin Muguruza gehört seit zwei Jahrzehnten zu den streitbarsten Vertretern seiner Heimat; mit seinen politischen Texten, in denen er die Autonomie des Baskenlands fordert, erlangte er enorme Popularität, geriet in Spanien aber wiederholt in den Verdacht, der Terrororganisation ETA nahe zu stehen.
Musikalisch durchlief Muguruza eine lange und interessante Entwicklung; wenn er das Interesse an einer Musikrichtung verloren hatte, oder wenn ihn das Gefühl beschlich, dass kein Potential mehr in einer Gruppe steckte, machte er stets einen radikalen Schnitt, um mit einem anderen Projekt und einem anderen Stil wieder aufzutauchen.
Beeindruckt von einem Clash-Konzert gründete er Anfang der Achtziger die Punk-Gruppe Kortatu, mit der er sich schnell Kultstatus erspielte; als er allerdings dann 1988 Public Enemy sah, überzeugte ihn das noch mehr. Er löste Kortatu auf und konzentrierte sich auf das später noch erfolg- und einflussreichere Hip-Hop-Punk-Projekt Negu Gorriak. Seit 1996 schließlich veröffentlicht er unter eigenem Namen Platten.
Auf "In-komunikazioa", seinem dritten Solo-Album, ist von den Punk-Wurzeln nichts mehr zu hören; Muguruza kombiniert Reggae, der in seiner Relaxtheit eher an afrikanische Musik als an jamaikanische erinnert, mit diversen Einsprengseln: Hip-Hop, Samples, programmierte Beats, Dub und folkloristische Elemente. Unterstützt wird er von einer großen Band mit Bläsersatz, Background-Sängerinnen und einem DJ; auf "Hasperena" ist gar eine Sitar zu hören. In seinen poppigen Melodien erinnert "In-komunikazioa" ab und an die Musik seines Freundes Manu Chao.
Besonderen Wert legt er immer noch auf die - auf baskisch vorgetragenen - Texte, die im Booklet auf englisch, französisch und spanisch übersetzt werden und sich immer noch um politische Themen drehen, um soziales Engagement, Globalisierung und natürlich um die baskische Identität.
Gelegentlich wird das Album ein bisschen belanglos und plätschert so vor sich hin, zumeist aber ist "In-komunikazioa" eine gekonnt gemachte und originelle Platte, die sich angenehm schwer in eine Schublade einordnen lässt.
Arne David
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